Dich erden – Warum es wichtig ist und wie es dir gelingt

Wege um dich zu erden

Die Erde unter meinen Füßen fühlt sich weich an. Es ist ein warmer Sommerabend und ich bin im Wald spazieren. Der leichte Sommerwind, der den Tag über geweht hat, hat sich nun zu einem starken Wind entwickelt. Hier unten spüre ich nichts davon zwischen den schützenden Baumstämmen, die weit in den Himmel ragen. Auch den Bäumen sehe ich auf meiner Augenhöhe nicht an, dass sie mit dem Wind kämpfen. Nur die tanzenden Schatten und Lichter auf der Baumrinde, das Knarzen der wiegenden Bäume hoch oben in den Wipfeln und das Rauschen der Blätter verraten mir, dass in den Baumkronen Unruhe herrscht.

Hier unten scheint alles ruhig.

Ein gesunder, starker Baum steht fest im Sturm. Ihn kann so leicht nichts umhauen. Warum? Weil er starke Wurzeln hat. Wurzeln, die ihn erden, die ihn verbinden, ihm Halt geben und Stabilität verleihen, selbst wenn ein Sturm aufkommt.

Wenn er nicht so geerdet und verwurzelt wäre, würde er leicht umkippen. Dann würden seine Wurzeln mit zunehmendem Wind aus dem Boden gerissen werden und der Baum seinen ganzen Halt verlieren.

So ist es auch mit uns.

Auch für uns ist es wichtig, dass wir uns gut erden. Warum das so wichtig ist und mit welchen 12 Möglichkeiten du dich erden kannst, erfährst du in diesem Beitrag.

Warum es wichtig ist, dich zu erden

Wenn wir nicht geerdet sind, sind wir nicht stabil. Wir stehen weder stabil im Leben, noch fühlen wir uns stabil in uns selbst. Wir sind also nicht in unserer Mitte, sondern fühlen uns unsicher, haltlos und leicht aus der Bahn zu werfen. Es kann auch sein, dass wir uns so instabil fühlen, dass uns der leiseste Windhauch zu Boden werfen kann.

So ging es mir früher sehr oft.

Es gab oft Momente, in denen ich innerlich spürte, wenn mich jetzt noch jemand kritisiert, einen unsensiblen Kommentar abgibt oder mich und meinen Weg in Frage stellt, dann breche zusammen. Dann kann ich die Tränen nicht mehr zurückhalten. Dann kann ich meine Maske nicht mehr aufrechthalten. Es ist dieser sprichwörtlich letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Der EINE leise Windhauch, der die letzte kleine Wurzel, die mich noch in der Erde hält, aus dem Boden reißt.

Kennst du das auch?

Gerade hochsensible Menschen, wenn sie sich sehr in ihren Wahrnehmungen und Empfindungen verlieren oder einen schwachen Selbstwert haben, können besonders leicht den Boden unter den Füßen verlieren – und zwar in beide Richtungen: Sie können nach oben abheben – oder nach unten fallen.

Ich bin meistens gefallen.

Sicherheit, Stabilität, Geborgenheit

Gerade dann, wenn im Außen sehr viel Unruhe ist, wenn rasante Veränderungen stattfinden und viel Unsicherheit herrscht, so wie in der aktuellen (Corona-)Zeit, ist es ganz besonders wichtig, gut geerdet zu sein, um eine Stabilität, Sicherheit und Geborgenheit zu finden, die uns im Außen nicht gegeben werden kann.

Sicherheit, Stabilität und Geborgenheit sind elementar für unser Wohlbefinden. Wenn diese Bedürfnisse nicht erfüllt sind, fehlt uns das Fundament, der sichere Boden, auf dem wir stehen. Und mit dieser fehlenden Sicherheit verlieren wir auch das Ur-Vertrauen. Das Vertrauen in uns und das Vertrauen ins Leben.

Wenn du gut geerdet bist, dann fühlst du dich sicher und geborgen. Du stehst stabil im Leben und du fühlst dich stabil in dir. Du bist im Vertrauen. Du spürst Lebendigkeit und Vitalität. Du hast ein gesundes Selbstwertgefühl und folgst deinen Instinkten. Du fühlst eine innere Ruhe, selbst wenn es im Außen unruhig wird oder du mit Herausforderungen zu tun hast. Dir gelingt es, einen klaren Kopf zu bewahren, bei dir zu bleiben und aus dieser Ruhe – deiner inneren Mitte heraus – zu handeln.

Dadurch führst ein Leben, das dich zufrieden macht, dir Ruhe, Kraft und Leichtigkeit schenkt.

Die Basis deiner Erdung – dein unterer Körperbereich

Vor allem der untere Bereich unseres Körpers ist für die Erdung zuständig. Also Beine – Füße, Knie, Hüfte – und Becken.

Im Becken befindet sich auch unser erstes von unseren sieben Hauptchakras: Das Wurzelchakra, auch Muladhara genannt. Es ist das Basischakra und steht in Verbindung mit unserem Urvertrauen und unseren Urinstinkten – unseren grundlegenden Bedürfnissen des Lebens und Überlebens wie Nahrung, Heimat, Sicherheit, Geborgenheit und Zugehörigkeit (zu gleichgesinnten Menschen als auch zur Berufung). Ebenso steht es für Stabilität, Lebenskraft und Bodenhaftung. (Auf das Wurzelchakra gehe ich einem separaten Artikel nochmal gesondert ein.)

Warum ist das Wurzelchakra wichtig für das Thema Erdung?

Das Wurzelchakra steht in starker Verbindung zu den Beinen und Füßen und verdeutlicht damit sichtbar das Thema dieses Chakras: Stabil und sicher im Leben stehen und durchs Leben gehen. Störungen in diesem Körperbereich weisen oft auf ein schwaches Wurzelchakra und somit eine schwache Bodenhaftung hin.

Ist das bei dir der Fall? Lies weiter und finde es heraus.

Die Basis deiner Erdung

Wie du erkennen kannst, dass es dir an Bodenhaftung fehlt

Körperliche Anzeichen

Hast du körperliche Beeinträchtigungen an den Füßen, Knien, der Hüfte oder den Beinen? Wie steht es um deine Energie und Gesundheit im Allgemeinen? Dein Körper zeigt dir deutlich, wie gut dein Fundament gebaut ist und ob es dir an Erdung fehlt.

  • Wie stabil fühlst du dich, wenn du aufrecht stehst?
  • Wie fühlen sich deine Füße an, wenn du stehst?
  • Wie ist deine gesamte Körperhaltung, wenn du stehst oder gehst?
  • Wie leicht oder schwer fühlen sich deine Beine an?
  • Wie leicht oder schwer gehst du durchs Leben?
  • Wie vital oder energielos fühst du dich?

Ich persönlich habe mich schon in jungen Jahren falsch, anders und fehl auf der Welt gefühlt. Die mangelnde Erdung und Zentrierung – das fehlende „Zuhause-sein“ (in mir als auch in der Welt), der fehlende Halt und das fehlende Vertrauen durch verschiedene schmerzhafte Erfahrungen – haben mir nicht nur ein mangelndes Selbstwertgefühl beschert, sondern sich mit der Zeit auch körperlich gezeigt.

Ich habe nicht nur selbstzerstörerische Verhaltensweisen wie Bulimie und eine Depression entwickelt, sondern auch starke Knieprobleme bekommen.

Was energetisch nicht stimmig war, hatte sich nun körperlich manifestiert.

Psychische Anzeichen

Doch nicht nur am Körper, auch an deinen Gefühlen und Gedanken kannst du eine mangelhafte Erdung erkennen. Hier ein paar Beispiele:

  • Du fühlst dich heimatlos.
  • Du fühlst dich unsicher, hilflos und alleingelassen.
  • Du hast große Angst vor Veränderungen.
  • Du hast starke existenzielle Ängste.
  • Du bist leicht aus der Fassung zu bringen.
  • Kritik oder Ablehnung treffen dich sehr.
  • Du bist leicht reizbar und gerätst schnell in Stress.
  • Du kannst dich schwer konzentrieren.
  • Du bist zerstreut und vergesslich, bringst nichts richtig zu Stande.
  • Du lässt dich von anderen leicht verunsichern und manipulieren.
  • Deine Gedanken kreisen zunehmend ins Negative und sind gar nicht mehr einzufangen.
  • Du fühlst dich überfordert.

Auch gegenteilige Gefühle können möglich sein und zwar dann, wenn du die Erdung verlierst, weil du nach oben abhebst.

  • Du fühlst dich hibbelig und aufgekratzt.
  • Du fühlst dich nicht von dieser Welt.
  • Du bist geistig oft abwesend, träumst vor dich hin.
  • Du hast viele kreative Ideen, die du jedoch nicht (ausdauernd) umsetzt.
  • Du fühlst so viel, dass du nicht mehr weißt, was von diesen Gefühlen du bist.
  • Es fühlt sich an, als heben sich deine Grenzen auf.  
  • Du hast das Gefühl zu schweben und gar nicht richtig „da zu sein.“

Diese Anzeichen können darauf hinweisen, dass es dir (kurzfristig) an Bodenhaftung fehlt.

Nicht jeder Tag ist gleich und doch gibt es eine Grundstabilität

Dabei ist wichtig zu erwähnen, dass nicht jeder Tag gleich ist. Erdung ist nicht einmal hergestellt und dann immer vorhanden, sondern darf immer wieder neu hergestellt werden. So wie die eigene Balance im Leben auch immer wieder (neu) gefunden werden darf. Je nach Belastung und Lebensweise kann es dir an manchen Tagen besonders gut gelingen, dich zu erden und in deiner Mitte zu sein (oft auch unbewusst), während du an anderen Tagen nicht in Balance bist und die fehlende Erdung deutlich spürst.

Und doch gibt es eine Basis. Eine Art Grundstabilität, die mit deinem Wurzelchakra zusammenhängt. Je nach dem, welche Erfahrungen du in deiner Kindheit gemacht hast und wie sehr diese dein Urvertrauen gestärkt oder erschüttert haben, hast du eine (eher) schwache oder starke Grundstabilität und und damit ein eher schwaches oder starkes Wurzelchakra.

Für Menschen mit einem schwachen Wurzelchakra, wie es oft bei hochsensiblen Menschen der Fall ist, ist es wichtig, sich regelmäßig zu erden und das Wurzelchakra zu stärken.

Beides bedingt sich einander.

Wenn du dich vermehrt erdest, stärkst du damit automatisch auch dein Wurzelchakra und umgekehrt. Wenn du dein Wurzelchakra bewusst stärkst, stärkst du automatisch auch deine Erdung, dein Selbstvertrauen und deine innere Stabilität.

Was hat es jetzt mit dem Erden auf sich?

Der Kontakt zur Erde führt zu Erdung

Je mehr du in Kontakt mit (Mutter) Erde und (Mutter) Natur bist, desto besser bist du geerdet.

Was macht die Erde so besonders?

Die Erde nährt uns. Sie trägt uns ein Leben lang und versorgt uns mit all ihren Gaben, damit wir (über)leben können. Zudem hat sie eine heilende Wirkung durch ihre negative Ladung. In unserem Leben sind wir durch unseren (westlichen) Lebensstil vermehrt freien Radikalen ausgesetzt, die uns krank machen können. Freie Radikale entstehen zum Beispiel durch Stress, Elektrosmog oder schlechte Ernährung. Sie sind positiv geladen. Die Verbindung zur Erde macht diese freie Radikale unschädlich, weil sich die positive und negative Ladung aufhebt. (Ausführliche Informationen zu diesem Prozess findest du bei funktional-basics)

Erdung macht uns dadurch gesünder und aktiver. Doch Erdung führt uns auch zu uns selbst zurück. Sie lässt uns in unserem Körper ankommen, sodass wir besser spüren, was für uns wichtig und wesentlich ist. Erdung führt so auch unweigerlich zu Zentrierung.

Es gibt Naturvölker, die die Macht und Kraft der Erde zu schätzen wissen. Die in tiefer Verbundenheit mit ihr leben und sie ehren und achten. Die nicht nur ausschließlich das von der Erde nehmen, was sie brauchen, sondern auch stets barfuß laufen, auf der Erde schlafen und ihr Essen selbst anbauen. Diese Menschen sind sehr gut geerdet.

Auch wir waren einmal sehr gut geerdet: Als Kind. Als Kind waren in Verbindung mit uns selbst, unserer Seele und unseren ureigenen Bedürfnissen, fühlten uns sicher, getragen und geborgen. Ist es nicht interessant, dass wir zu dieser Zeit sehr oft im Kontakt mit dem Boden und der Erde waren? Wir haben viel in der Natur, im Garten oder auf der Wiese gespielt, sind im Sommer meist barfuß gelaufen und haben beim Spielen die Erde berührt, ja regelrecht erforscht haben wir sie. Nahezu jeden Tag. Erinnerst du dich?

Und was ist heute?

Unser (westlicher) Lebensstil verhindert Erdung

Unser Lebensstil verhindert Erdung

Wenn ich unseren heutigen Lebensstil betrachte, ist da oft sehr wenig Verbindung zur Erde und sehr wenig Kontakt zur Natur. Ja, zum Teil haben wir die Natur sogar gänzlich aus unserem Leben ausgeschlossen.

Wie komme ich darauf?

Wir leben vielerorts auf engem Raum mit wenig Natur drum herum. Wir arbeiten oft in sterilen Büroräumen und tragen (zu enge) Schuhe oder Kleidung. Wir gehen meist nur auf Asphaltboden und betrachten Bäume nur von Weitem. Wir wollen uns nicht schmutzig machen. Wir brauchen ständig Reize und vermeiden Stille. Wir werden dazu ermuntert, immer höher und weiter zu fliegen, immer mehr zu tun und zu leisten, uns von Oberflächlichkeiten leiten und tragen zu lassen und regelrecht abzuheben. Wir haben keine Zeit mehr – für eine Pause, für uns, für das Wesentliche. Wir haben nicht mal Zeit, Mahlzeiten richtig zu kauen oder einen Abenspaziergang zu machen. Wir kaufen unser Essen abgepackt, essen stark verarbeitete Lebensmittel und oft auch keine nährstoffreichen Nahrungsmittel.

Wo ist da Erdung in unserem Leben, Zentrierung, innerer Halt?

Wo ist da Natur?

Wo ist da Natürlichkeit?

  • Ist es verwunderlich, dass wir zunehmend den Boden unter den Füßen verlieren?
  • Ist es verwunderlich, dass wir immer stärker das Gefühl haben, der Welt mit ihren Aufgaben nicht mehr gewachsen zu sein (weil die Wurzeln fehlen)?
  • Ist es verwunderlich, dass wir immer mehr abheben und den Kontakt zu uns und dem wahrhaft Wichtigen verlieren?
  • Ist es verwunderlich, dass der Fall immer tiefer wird, je höher wir uns von uns selbst (und dem Leben) entfernen?

Mich wundert es nicht.

Wie kannst du dich nun mehr erden, mehr bei dir sein und stabil im Leben stehen?

12 Möglichkeiten, dich zu erden und zentrieren

Alles was mit Erde und Natur zu tun hat, schenkt dir Erdung. Diese Verbindung zur Erde kannst du auf verschiedene Weise bekommen. Nicht jede der folgenden Ideen mag dich ansprechen. Finde heraus, was dir zusagt, was für dich umsetzbar ist und vor allem was dir hilft, dich zu erden. Du kannst diese Tipps auch gut kombinieren. Sei kreativ und vertraue deiner Intuition. 🙂

1. Raus in die Natur

Die einfachste Möglichkeit, dich zu erden, ist draußen in der Natur. Nirgends ist dir die Erde so nahe wie dort. Verbringe Zeit im Wald. Gehe über Felder und Wiesen spazieren. Verbringe Zeit im Garten, im Park oder am See. Schenke dir immer wieder eine kleine Auszeit in der Natur und verweile dort. Sie erdet dich und schenkt dir Kraft.

Um die Natur zu spüren, musst du nicht zwingend auf dem Land wohnen. Gehe in deiner Mittagspause ins Grüne. Drehe abends eine Runde im Park oder fahre am Wochenende raus in die Natur. Es gibt immer Möglichkeiten, die Natur ins Leben einzuladen. Wie kannst du sie in deinen Alltag einbauen und ihr näher sein?

2. Barfuß gehen

Erden durch Barfußlaufen

Barfuß zu gehen erdet besonders stark, vor allem dann, wenn du den direkten Kontakt zur Erde spürst, sprich: barfuß über eine Wiese läufst, am Strand entlang spazierst, einen Barfußpfad absolvierst oder auf weichem Waldboden gehst.

Doch auch das Barfußlaufen im Allgemeinen ist sehr erdend und verbindet dich mit dem heilenden Energiefeld der Erde. Zudem ist es sehr gesund für die Füße und eine Wohltat für den ganzen Körper!

Wann bist du zuletzt barfuß gelaufen?

Schon lange her? Das kenne ich!

Als ich vor einigen Jahren wieder damit angefangen habe, ab und zu draußen barfuß zu laufen, waren meine Füße sehr druck- und schmerzempfindlich. Sie waren es überhaupt nicht mehr gewohnt, „frei“ zu sein, Unebenheiten und natürlichen Boden zu spüren. Zeitgleich war es für mich ein wunderschönes Gefühl, die Erde wieder ganz bewusst mit den Füßen zu spüren. Das Gras zu spüren. Kleine Steinchen. Erde. Asphalt. Das Barfußlaufen erdet mich nicht nur, sondern schenkt mir auch Freude und Leichtigkeit, weil es mich ans Kind-sein erinnert. An mein inneres Kind, zu dem ich durch Barfußlaufen den Kontakt herstellen kann. Probiere es unbedingt aus: Schuhe und Socken aus und direkten Bodenkontakt spüren. Vielleicht sofort? 🙂

3.  Gartenarbeit

Wenn du einen Garten besitzt, dann weißt du wahrscheinlich, wie sehr Gartenarbeit Körper und Seele guttun können. (Ich selbst kann da nicht mitreden, aber ich habe eine Mutter, die ihren Garten sehr liebt 🙂 ) Der direkte Kontakt zur Erde beim Unkraut jähten, Umtopfen oder Anpflanzen führt unweigerlich zu Erdung.

Hast du bei der Gartenarbeit häufig Handschuhe an? Ziehe sie das nächste Mal aus und arbeite ohne Handschuhe (auch wenn du danach intensiver Hände waschen musst 😉 ). Fasse die Erde an, arbeite mit ihr, rieche sie und nutze sie ganz bewusst, um dich zu erden.

Wenn du keinen Garten hast, dafür aber einen Balkon, kannst du auch Balkonkästen bepflanzen – mit Blumen, Gemüse oder Kräutern – und dadurch den bewussten Kontakt mit der Erde herstellen und dich erden.

4. Natur mit den Händen berühren

Wann hast du das letzte Mal die Natur berührt, mit deinen Händen angefasst, gefühlt? Wenn du einen Garten hast, wahrscheinlich öfter. Ich persönlich habe schon viel Zeit IN der Natur verbracht und war doch oft nur Betrachter. Ja, ich habe die Natur gerochen, gehört, aber selten mit der Hand berührt. Auf die Idee kam ich gar nicht. Als Kind wollten wir alles ständig anfassen und waren fasziniert von den unterschiedlichen Strukturen und Beschaffenheiten. Deswegen habe ich mir angewöhnt, im Wald ab und zu die Natur zu berühren und spüren. Sanft und behutsam. Ein Blütenblatt. Die Rinde eines Baumes. Einen Tannenzapfen. Die Oberfläche von Pilzen und sein feinen Lamellen.

Auch dabei werde ich wieder ans Kind-sein erinnert. Entdecke wieder das Fühlen. Berühre die Natur mit deinen bloßen Händen. Fühle und erforsche neugierig wie ein Kind, wie sich die unterschiedlichen Oberflächen und Strukturen anfühlen. Erde dich dadurch und komme zeitgleich wieder in Kontakt mit deinem inneren Kind, wenn du es in deinem Leben vermisst.

5. Bodenkontakt spüren

Nicht immer können (und wollen) wir barfuß den Bodenkontakt herstellen. Manchmal ist es uns nicht möglich oder auch unangenehm. Doch schon deine Aufmerksamkeit in die Füße zu lenken und den Bodenkontakt bewusst durch die Schuhe hindurch wahrzunehmen ist eine Möglichkeit, um dich zu erden. Lenke dazu deine Aufmerksamkeit bewusst in deine Füße und in deine Fußsohlen. Drücke sie ein wenig mehr in den Boden. Stelle dich dazu auch gerne hin oder gehe ein paar Schritte. Spüre deine Füße, bewege sie und spürebewusst die Verbindung zum Boden, den Kontakt zur Erde (durch die Schuhe hindurch) und erde dich dadurch.

Erden durch mentale Verwurzelung

6. Gedanklich im Boden verwurzeln

Dich in einer Kurzmeditation mental im Boden zu verwurzeln kann dir helfen, dich intensiver zu erden. Die Bilder und Gefühle, die durch die mentale Vorstellung entstehen, führen zu dem verstärkenden Effekt.

Für diese Meditation solltest du ein paar Minuten ungestört Zeit haben.

Schließe deine Augen und gehe wieder mit deiner Aufmerksamkeit in deine Füße. Spüre den Bodenkontakt.

  • Stell dir nun bei jeder Ausatmung vor, dass aus deinen Fußsohlen dicke Wurzeln tief in die Erde hineinwachsen und sich immer fester verankern.
  • Stell dir vor, wie du mit jeder Einatmung mehr und mehr Stabilität, Sicherheit und Geborgenheit über die Wurzeln in dir aufnimmst.
  • Wenn deine Wurzeln tief sind und du dich stabil fühlst, gib mit jeder weiteren Ausatmung über die Wurzeln Stress und Anspannung aus deinem Körper an die Erde ab.
  • Und nimm mit jedem Einatmen die heilsamen Energien der Erde in dir und deine Zellen auf.
  • Mit jedem Atemzug wirst du leichter und zeitgleich stabiler und stärker.

Atme solange über deine Wurzeln ein und aus, bist du das Gefühl hast, gut geerdet und mit positiver Energie aufgetankt zu sein.

Je öfter du die Meditation übst, desto leichter kannst du dir das Bild und die Gefühle in Erinnerung rufen und dich innerlich stärken und stabilisieren. Das heißt, du kannst dich dann sogar in nur wenigen Minuten und auch mit offenen Augen erden, stabilisieren und energetisieren.  

Eine Meditation zur Erdung werde ich noch aufnehmen. 🙂

7. Den Körper bewusst spüren

Deinen Körper bewusst zu spüren hat einen sehr erdenden Effekt. Dieses bewusste Im-Körper-Ankommen kann besonders gut durch achtsame Körpertechniken erreicht werden wie Yoga, Thai Chi oder Chi Gong (die – beigemerkt – in der Regel barfuß und oft draußen in der Natur gemacht werden) Diese Methoden haben eines Gemeinsam: Sie verbinden Atem mit Bewegung und ermöglichen dir dadurch, dich in deinem Körper zu zentrieren.

Eine andere Möglichkeit, um bewusst in deinem Körper anzukommen und dich zu erden ist zum Beispiel eine Massage oder auch das bewusste Eincremen deines Körpers.

Auch Bewegung in jeglicher Form hilft dir dabei, dich zu erden. Ein Spaziergang, Fahrrad fahren oder Kraftsport. Besonders effektiv ist es jedoch dann, wenn du deine Sinne nach innen richtest und deinen Körper achtsam (er)spürst.

8. Stabilisierende und erdende Yogaübungen

Bestimmte Yogahaltung können dir gezielt dabei helfen, dich zu erden und zusätzlich dein Wurzelchakra stärken. Dazu zählen vor allem Vorbeugen und Asanas (Yogahaltungen), die dein Gleichgewichtssinn schulen.

Wenn du bereits Erfahrung im Yoga hast, kannst du folgende vier Asanas zur gezielten Erdung nutzen.

Der Baum (Vrksasana) – Er ist sozusagen der Inbegriff der Verwurzelung. Fest verwurzelt im Boden, stabil in deiner Mitte und nach oben hin weit, ruhst du in dir (und im Leben) und öffnest dich zeitgleich fürs Leben.

Von dort aus kannst du in den Stuhl (Utkatasana) übergehen. Diese Haltung zentriert deine Energie im unteren Teil des Oberkörpers und stimuliert dadurch das Wurzelchakra.

Die (halbe) stehende Vorbeuge (Ardha Uttanasana). Verwurzele dich wieder gedanklich mit deinen Füßen im Boden und gib mit jedem Atemzug mehr und mehr Negativität und Anspannung an den Boden ab. Lass los. Lass dich halten und tragen von der Erde und werde mit jedem Atemzug ruhiger.

Schließlich kannst du in den herabschauenden Hund (Adho Mukha Svanasana) wechseln und über die Hände und Füße Stabilität und Erdung bewusst spüren und dich mit jedem Atemzug mehr und mehr zentrieren.

BAUM

Variante 1

BAUM

Variante 2

STUHL

Variante 1

STUHL

Variante 2

HALBE VORBEUGE

Variante 1

HALBE VORBEUGE

Variante 2

HERABSCHAUENDER HUND

Variante 1

HERABSCHAUENDER HUND

Variante 2

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Slider

Diese Asanas kannst du einzeln ausführen oder in deine tägliche Yogapraxis intergrieren. (Du kannst dir natürlich auch andere Asanas aussuchen, die dein Wurzelchakra stärken). Wenn du Asanas für das Wurzelchakra regelmäßig übst, wirst du schon bald merken, wie du innerlich ruhiger und stabiler wirst.

9.  Kochen (mit erdenden Lebensmitteln)

Kochen kann dir dabei helfen, dich zu erden, insbesondere dann, wenn du unverarbeitete, natürliche (und erdende) Lebensmittel verwendest und achtsam zubereitest. Erdende Nahrungsmittel sind Nahrungsmittel, die aus der Erde kommen. Sogenanntes Wurzelgemüse wie Karotten, Rote Bete, Kartoffeln, Rettich, Radieschen oder Kohlrabi.

Achtsam zubereiten bedeutet, bewusst zu kochen. Nicht: „schnell mal Karotten schälen“, sondern: in Ruhe Karotten schälen.

Erst durch die Achtsamkeit kannst, du dich mit den Lebensmitteln verbinden, die Natur durch sie spüren und dich dadurch erden. Stelle dir während der Zubereitung vor, wie dieses Lebensmittel (in der Erde) herangewachsen ist, rieche daran und stellt dir vor, welche (Erd-)Energien es in sich trägt und du durch das Anfassen und Zubereiten in dir aufnimmst.

Erden durch Wurzelgemüse

10. Erdende Nahrungsmittel essen

Auch über deine Ernährung allein (ohne vorheriges Kochen) kannst du guten Einfluss auf deine Erdung nehmen und zwar in dem du erdende Nahrungsmittel isst. Das kann, wie schon erwähnt, jegliches Wurzelgemüse sein, doch auch Hülsenfrüchte wie Linsen, Kichererbsen oder auch Avocados haben der ayurvedischen Lehre nach einen erdenden Effekt. Wenn du solche Lebensmittel isst, dann stell dir (wie beim Kochen) vor, woher diese Nahrung kommt, welche Energien die Nahrung in sich trägt und wie du diese heilsamen (Erd-)Energien in dich aufnimmst, während du die Nahrung isst.

11. Ätherische Öle mit hölzernem Duft

Ätherische Öle mit einem erdenden und hölzernen Geruch wie Kiefer, Zeder, Zypresse oder Moos kannst du sehr gut ergänzend nutzen, um dich in geschlossenen Räumen noch besser mit der Natur zu verbinden und zu erden. Zum Beispiel während der Meditation, während deiner Yogapraxis oder als Raumduft, wenn du den Geruch magst. Hölzerne Düfte aktivieren zusätzlich dein Wurzelchakra (unbewusst auf energetischer Ebene) und stärken es.

12. Ein Fußbad nehmen

Ein Fußbad ist eine wunderbare Art, dich auf dich zu besinnen und dich zu erden. Deine Füße tragen dich bereits dein Leben lang, führen dich wohin du willst und sind das Bindeglied zwischen der Erde und dir. Nimm deine Füße stärker in dein Bewusstsein und schenke ihnen liebevolle Aufmerksamkeit. Behandle sie gut. Pflege sie. Schütze sie und bedanke dich bei ihnen.

Mit einem Fußbad kannst du wieder tieferer in Verbindung mit deinen Füßen kommen, dich erden und allgemein die Erdung über deine Füße verbessern. Ein Fußbad kannst du zum Beispiel auch mit ätherischem Ölen ergänzen oder du kannst deine Füße nach dem Fußbad noch massieren.

Geerdet zu sein heißt, stabil UND weich zu sein

Erden heißt weich und stabil sein

Nun könnte man meinen, dass eine gute Erdung dazu führt, dass du starr und unbeweglich bist. Doch das Gegenteil ist der Fall und auch das Ziel einer guten Erdung: Stabiltiät UND Weichheit. Du bist so gut verwurzelt und in dir zentriert, dass du zeitgleich weich und flexibel sein kannst.

Was meine ich damit?

Nehmen wir nochmal den Baum als bildhaftes Beispiel. Ein gut geerdeter Baum ist tief verwurzelt in der Erde. Er hat keine Angst vor dem Sturm, weil er um seine Kraft weiß und ihr vertraut. Er weiß, dass er so gut geerdet ist, dass er dem Wind standhalten kann. Zeitgleich bleibt er „oben“ in seinen weicheren Ästen flexibel. Er passt sich dem Wind an, wiegt und biegt sich im Wind.

Ein Baum weiß, dass er auch weich sein muss, weil er sonst an seiner eigenen Stärke zerbrechen würde. Er bleibt auch flexibel für Veränderungen, lässt Blätter los, wenn die Zeit reif ist oder der Wind sie mitnimmt. Er bleibt biegsam und zeitgleich im Vertrauen, wenn ihn das Leben herausfordert. Seine Wurzeln sind tief. Er steht stabil. Auf dieses Fundament baut und vertraut er. Aus dieser Basis heraus erwächst seine Kraft und sein Vertrauen, dass er dem Leben und den Gezeiten – im wahrsten Sinne des Wortes – „gewachsen ist“.

So ist es auch bei dir.

Wenn du gut geerdet bist, dann bist du im Leben verwurzelt. Du bist im Vertrauen und fühlst dich sicher. Du weißt um deine innere Stärke und fühlst dich den Dingen, die da kommen mögen, gewachsen, selbst wenn es mal unangenehm wird. Du weißt, worauf du bauen und woraus du deine Kraft ziehen kannst. Zeitgleich bleibst du weich und flexibel für die Veränderungen, die du nicht vorhersehen kannst und von denen du weißt, dass sie kommen werden. Du nimmst sie an. Du weißt, dass du auch flexibel sein und loslassen musst. Du kehrst immer wieder zu deiner Basis zurück. Zu deinen Wurzeln und innerer Stärke, um die Sicherheit auch in unsicheren Zeiten zu finden.

Erdung und Zentrierung sind wichtig

Eine gute Erdung und Zentrierung ist für alle Menschen wichtig, weil sie innere Stabilität und Bodenhaftung schenkt sowie Gelassenheit und das In-sich-ruhen, was in unseren herausfordernden Zeiten wohl jeder gut brauchen kann. Für (hochsensible) Menschen, die das Gefühl haben, dass es ihnen oft an Bodenhaftung fehlt oder für Menschen, die wenig Kontakt zur Natur haben, ist es jedoch besonders wichtig, sich regelmäßig zu erden, um gesund, stark und selbstbewusst zu sein.

Eine regelmäßige Erdung hilft dir als hochsensibler Mensch auch, dich vor Fremdenergien und Energieräubern zu schützen. Indem du präsenter und ruhiger in dir bist, kannst du deine Wahrnehmungen besser kanalisieren und bist dadurch weniger beeinflussbar und manipulierbar. (Weitere Tipps, wie du Manipulation vermeiden kannst, findest du in diesem YouTube-Video).

Mit den hier 12 genannten Tipps, kann dir das Erden im Alltag leicht gelingen. Probiere dich aus und finde heraus, was dir persönlich am besten hilft und erzähle mir von deinen Erfahrungen!

Wie erdest du dich am besten? Woran erkennst du, dass dir Erdung fehlt? Und wie fühlst du dich, wenn du geerdet bist? Schreibe mir jetzt deinen Kommentar unter den Beitrag. Ich freu mich auf unseren Austausch!

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2 Gedanken zu „Dich erden – Warum es wichtig ist und wie es dir gelingt

  1. Avatar
    Maria Antworten

    Danke für diesen wundervollen Blogbeitrag. Er kommt für mich wie gerufen. Gerade in der heutigen Zeit wo es heißt: schneller, höher und weiter, ist es ganz schwierig dem entgegenzusteueren, da es im Berufsalltag einfach so verlangt wird.
    Ich versuche da auch in meiner Freizeit lauten, hektischen und dominanten Menschen aus dem Weg zu gehen.
    Ich suche die Stille, die Ruhe und die Natur. Ich nehme sie ganz bewusst war und erfreue mich an ihr, sie gibt so viel.
    Da ich mich auch zum Kreis der Hochsensiblen zähle, bin ich immer so dankbar um deine Blogbeiträge. Sie haben mir schon oft geholfen👍 Gerne probiere ich auch den ein oder anderen Tipp zur Erdung aus. DANKE BETTINA!!!♥️

    • BETTINA
      BETTINA Autor des BeitragsAntworten

      Liebe Maria,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Ich freue mich sehr, dass der Blogbeitrag zur richtigen Zeit für dich kam, dich wieder ans Erden erinnert und dir hilft ♥️ Ebenso freue ich mich, dass du auch den einen oder anderen Tipp einmal ausprobieren möchtest. 🙂
      Alles Liebe und Gute für dich ♥️

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