Was ich will und was ich brauche

Ich stehe in einer leeren Wohnung und spiele mit der Vorstellung, hier in Zukunft zu wohnen. Der erste Eindruck ist okay. Manchmal braucht es ein wenig Zeit, um sich an etwas zu gewöhnen und diese Zeit will ich mir lassen. Ich möchte mir alles anschauen, bevor ich (vorschnell) für mich eine Entscheidung treffe. Vor einiger Zeit habe schon einmal eine Wohnung besichtigt, bei der mein Gefühl ein ganz anderes war. Ich kam damals in eine Dachgeschosswohnung, deren Decke in allen Zimmern mit dunklen Holzleisten verkleidet war und mir war sofort klar, dass ich in dieser Wohnung nicht wohnen werde. Niemals.

Heute ist es anders.

Ich stehe in einer Wohnung, in der es mir nicht ganz klar ist, ob ich hier mal wohnen werde.

Vermeintlich.

Denn ich spüre Schmerz. Und zwar immer dann, wenn ich mir den Gedanken erlaube, hier in Zukunft zu wohnen. Wenn ich mir Argumente suche, warum es hier doch für mich passen könnte (und sollte). Dann zieht sich mein Herz zusammen. Es tut weh. Es tut sogar richtig weh.

Kurz und intensiv.

Auch wenn ich es zu diesem Zeitpunkt nicht 100% akzeptieren wollte, fühlte ich in diesem Moment, dass diese Wohnung nicht die meine sein wird.

Nicht, weil ich es nicht wollte. Im Gegenteil. Ich wollte es sogar sehr!

Sondern, weil meine Seele es nicht will.

Das Gefühl: “Das stimmt nicht für mich”

Ich weiß nicht, ob du das kennst, dieses Gefühl, dass etwas nicht richtig ist. Nicht passt. Du kannst vielleicht oft nicht mal genau erklären warum. Du weißt einfach, dass das – was auch immer du vorhast zu tun oder nicht zu tun – nicht richtig ist.

Dieses Gefühl hatte ich.

In dem Moment in der Wohnung und im Nachgang, als ich mir alles nochmal durch den Kopf gehen lassen habe, ist mir klar geworden, dass ich nicht in diese Wohnung ziehen werde. Die Argumente haben nicht gereicht, um mein Gefühl zu verändern. Ich war traurig, weil ich mir so sehr eine eigene Wohnung gewünscht habe. Andererseits war ich auch sehr dankbar für das Wahrnehmen meiner inneren Stimme – und damit für das Wahrnehmen meiner Seele.

Mir ist durch diese Erfahrung wirklich bewusst geworden, dass es im Leben nicht darum geht, was ich möchte. Und mit „ich“ meine ich mein Ego. Mein falsches Ich. All die Vorstellungen und Glaubenssätze darüber, wie ich oder etwas sein sollte – und mit denen wir uns doch alle mehr oder weniger identifizieren, an denen wir uns messen und nach denen wir oft unser Leben ausrichten.

Es geht nicht um mein Ego, nein. Es geht um meine Seele, die in meinem Körper wohnt und sich hier zum Ausdruck bringen will.

Das wurde mir so klar und bewusst in diesem Moment.

Es geht nicht um mich.

Es ging noch nie um mich.

Auch wenn ich das immer wieder vergessen mag und mich in den Wellenbewegungen an der Oberfläche meines Bewusstseins verliere. Wenn ich anfange, mich mit Gedanken und Gefühlen zu identifizieren oder mit meinem Körper.

Es geht um meine Seele und das, was sie braucht, um sich hier zu erfahren und zu verwirklichen. Sie wohnt in meinem Körper. Er ist das Mittel, um ihre Erfahrung machen und ihre Verwirklichung erreichen zu können – und sie spricht durch ihn zu mir.

Das wurde mir so deutlich bewusst, als ich in der Wohnung stand und mit meinem Verstand Argumente suchte, warum ich hier doch wohnen könnte und sollte. Nein, nein, nein. Der Schmerz war eindeutig. Meine Seele sagte mir nein. Und ich gab mich ihr hin. Ich ließ meinen Willen und Wunsch nach der schnellen Unabhängigkeit los. Nach dem, was ich glaubte unbedingt zu brauchen. Mein Ego kapitulierte – und ich stellte mich in den Dienst meiner Seele.

Weil ich weiß, dass nur diese Entscheidung mich wirklich zufrieden machen wird.

Der Weg zu innerem Frieden

Ist es nicht oft im Leben so: Wir spüren, dass irgendetwas nicht stimmt und wir machen trotzdem weiter – mit einem Job, mit einer Beziehung oder mit irgendeinem anderen Umstand, weil wir entweder (noch) nicht den Mut haben, diesem inneren Impuls zu folgen oder weil wir ihn nicht hören oder ihm nicht glauben wollen? Weil wir unser Tun, unser Sein oder unser Haben an dem Maßstab der Gesellschaft und der Mehrheit messen, anstatt an dem Maßstab unseres eigenen Glücks?

Kennst du das?

Und ist es nicht so, dass, wenn wir diesem inneren Gefühl nicht folgen, wir irgendwann zu leiden beginnen? Erst im Kleinen und dann im Großen?

Und ist es nicht oft so, dass, wenn wir unserer inneren Stimme folgen, es vielleicht nicht immer einfacher wird, aber trotzdem leichter wird ums Herz?

Kennst du auch das?

Auch die Trennung von meinem Freund vor einem halben Jahr war für mich nötig – auch wenn ich das lange Zeit nicht wahrhaben wollte und ich mich darum bemüht habe, die Beziehung zu halten – um ihm nicht wehzutun und ehrlich gesagt auch, um mich selbst vor dieser Entscheidung, dem Schmerz und der Kraft zu bewahren, die diese Entscheidung kosten würde. Letztendlich war es meine Seele, das Gefühl in mir, das mir sehr intensiv sagte, dass es doch Zeit ist zu gehen.

Aus Liebe.

Aus Liebe zu mir.

Und in Liebe.

In Liebe zu ihm.

Und auch wenn du vielleicht nicht Seele zu dem Gefühl sagst, dass du manchmal in dir spürst und auf das du vielleicht nicht hörst, lade ich dich ein, dir diesen Gedanken einmal zu erlauben, dass dieses Gefühl deine Seele ist. Deine Intuition. Dein wahres Ich. Die Weisheit in dir. Das Göttliche, das in dir wohnt und genau weiß, was du brauchst, damit es dir gut geht und du glücklich bist.

Ich weiß nicht, woran du glaubst und auch nicht, was du glaubst. Ich persönlich glaube daran, dass meine Seele in diesem Körper wohnt, um Erfahrungen auf der Erde zu machen. Um zu lernen, zu lieben, zu wachsen und sich selbst zum Ausdruck zu bringen. In diesen Dienst stelle ich mich immer mehr.

Dazu gehört auch das Wissen, dass die Seele sich kein bequemes Leben wünscht. (Unbequeme Wahrheit, ich weiß 😉 ) Die Seele möchte wachsen und dazu braucht es auch immer wieder Hindernisse. Ohne Druck, Schmerz und Reibung, gibt es kein Wachstum.

Um es mit den schönen Worten von Rabindranath Tragore zu sagen:

Die Schranken und Schwierigkeiten unseres äußeren Lebens sind da,
damit unsere Seele ihre Kraft beweisen kann. Indem sie die Hemmnisse überwindet, verwirklicht sie ihr wahres Wesen.

Doch Wissen alleine reicht nicht. Das kennst du vielleicht. Du weißt zwar, dass du, zum Beispiel, Vertrauen kannst, aber das Gefühl stellt sich nicht ein. Wissen reicht nicht immer. Es sind die Erfahrungen und Erkenntnisse, die uns wahrhaft verändern. Die Wissen zu einem tiefen Verständnis verwandeln und uns immer mehr zu uns selbst und unserer Seele führen.

Das passiert bei mir immer mehr.

Die Wohnung ist nicht dir richtige.

Punkt.

Ich akzeptiere die Traurigkeit darüber, weil sie verständlich ist. Ich bin für mich da. Halte mich. Bin achtsam für meine Gedanken, damit sie mich nicht in die Resignation und Hilflosigkeit führen. Mittlerweile bin ich stark genug, mich selbst zu halten und mich in meine Mitte zurückzubringen. (Die Arbeit an meinem Selbstwert war dabei von großer Bedeutung.) Ich denke an meine Seele. An den Sinn des Lebens. An die Chancen und Möglichkeiten, die vor mir liegen. Und übe mich weiter im Vertrauen und in Geduld, dass die passende Wohnung noch kommen wird.

Ich erinnere ich mich daran, dass ich mich nicht schlecht fühlen muss, wenn ich meiner inneren Stimme folge. Im Gegenteil! Ich sollte mich sogar richtig gut fühlen, weil ich meiner Seele treu bin.

Und so fühle ich Demut und gebe mich dem hin, was durch mich hier sein möchte. Lasse immer mehr los von falschen Identifikationen, von Ansprüchen und Wünschen, die vielleicht mein Ego befriedigen, aber nicht meine Seele.

Es geht nicht um mich.

Es geht um so viel mehr….

Der inneren Stimme folgen ist nicht leicht

Es ist nicht leicht, der inneren Stimme zu folgen. Und zeitgleich ist es wunderschön, weil es die Reise des Lebens ist. Die Reise zu dir und dem, was du hier sein möchtest. Die Reise zum Licht in dir.

Nicht jeder ist auf diesem Weg und das ist auch völlig okay.

Ich persönlich jedoch bereue nicht, den Weg zu meinem Licht begonnen zu haben und weiter zu gehen. Ich kann gar nicht anders, als diesen Weg zu gehen. Es gibt keine andere Option. Trotz Herausforderungen. Ich möchte mich nicht selbst aufgeben und dadurch mein Licht verlieren, nur um in die Welt, Gesellschaft oder sonst wohin zu passen. Ich möchte mich nicht verbiegen, auch wenn ich das schon oft getan habe und mit dieser Herausforderung immer wieder konfrontiert werde. Denn es führt zu Schmerz – Erst seelisch. Dann körperlich.

Wie gesagt ist nicht jeder auf diesem Weg zu sich selbst. Sehr viele sind es sogar nicht und das ist auch der Grund, warum es für dich so anstrengend und schwer sein kann, deinen eigenen Weg zu gehen. Um es dir an einem Bild zu verdeutlichen: Stell dir vor, wir befinden uns alle in einem dunklen Raum. Es gibt kein Licht im Außen. Das Licht befindet sich in uns selbst. Die meisten Menschen finden sich irgendwie in der Dunkelheit zurecht und leben so vor sich hin. Ein paar Menschen wollen mehr sehen können. Sie suchen nach Licht und finden irgendwann Menschen, die das Licht in sich entdeckt haben, von innen leuchten und den Raum erhellen. Es sind jene Menschen, die angefangen haben, sich Fragen zu stellen und so zu dem Licht gefunden haben. Die immer mehr auf ihre innere Stimme hören. Die einfach sind und dadurch Zufriedenheit, Wohlbefinden und Befreiung erfahren. Sie erhellen den Raum mit Frieden, Harmonie und Achtsamkeit.

Was passiert nun mit dem Rest der Menschen in dem dunklen Raum?

Die einen Menschen fühlen sich von dem Licht angezogen – die anderen geblendet. Die einen fühlen sich inspiriert und wollen selbst ihr Licht finden – die anderen wenden sich ab oder wollen es vernichten, weil sie sich vor dem Licht fürchten und keinen Zugang dazu haben. Wenn du dich nun auf den Weg machst, deiner inneren Stimme zu folgen und das Licht in dir zu entdecken und zum Vorschein zu bringen, dann werden die Menschen unterschiedlich darauf reagieren. Du wirst Menschen treffen, die dein Licht löschen wollen und auf Menschen treffen, die es schön finden.

Je nachdem, in welchem Umfeld du dich befindest, je nachdem wie stark du bist und welche Entscheidungen du triffst, wird dein Licht bleiben, stärker werden oder wieder kleiner werden und vielleicht verschüttet werden.

Du bist da, um den Raum zu erhellen. Die Welt. Mit dem, was dich ausmacht, was dich antreibt und was du bist.

Eigentlich eine sehr schöne Vorstellung, oder nicht?

Und weißt du was? Du bist nicht alleine!

Auch wenn es sich manchmal so anfühlt. Da sind noch so viel mehr Menschen, die sich auf den Weg zu sich selbst und einem Leben in Harmonie mit sich gemacht haben. Und die alle mit ähnlichen Herausforderungen zu kämpfen haben, mit denen auch du konfrontiert bist.

Mit Unverständnis, mit Widerstand, mit Bewertung oder Verurteilung von deinem Weg oder deiner Art zu leben. Mit der Idee, dass du anders sein solltest, als du bist und mit dem Versuch, genau das zu erreichen. Mit dem Gefühl, falsch und fremd zu sein. Mit dem Balanceakt, den es erfordert, um gute Entscheidungen für dich zu treffen, weil es neben deiner inneren Stimme auch andere Faktoren gibt, die bei einer Entscheidung eine Rolle spielen und berücksichtigt werden dürfen.  

Ich bin einer dieser Menschen.

Ich verstehe dich in vielerlei Hinsicht sehr gut.

Deshalb bin ich da und helfe dir, weiter an das Licht in dir zu glauben. Weiter den Weg zu dir zu finden und so zu sein, wie du wirklich bist. Ich helfe dir mit den Herausforderungen gut umzugehen, die da sind und kommen mögen. Damit du heilen und von innen heraus leuchten kannst – und damit nicht nur dir selbst, sondern auch der Welt das größte Geschenk machst, das du geben kannst, nämlich DICH.

Ich weiß um das Licht in mir – und ich weiß um das Licht in dir.

Und ich weiß auch, dass wir niemals alleine sind, wenn wir uns unserem eigenen Licht zuwenden.

Du bist nicht allein.

Ja, es gibt Gleichgesinnte und vor allem: es gibt deine Seele, die immer da ist. Die darauf wartet, dass du dich ihr zuwendest. Die zu dir spricht, wenn du still bist. Die sich wünscht, dass du den Weg hier auf der Erde mit ihr gemeinsam gehst. Die dir hilft, dein Glück zu finden, wenn du es zulässt. Die sich wünscht, dass du bist, wie du bist, um zu werden, wie du sein kannst:

Einzigartig.
Wundervoll.
Und lichtvoll.

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