Wenn du das Gefühl hast, nicht in die Welt zu passen

Kennst du diese Situation, dass du inmitten anderer Menschen bist und dir fremd vor kommst? Nicht, weil du diese Menschen nicht kennst – ganz im Gegenteil. Es können Bekannte, Kollegen oder sogar der erweiterte Familienkreis sein. Ich meine eher, dass du eine Wellenlänge mit diesen Personen suchst, auf der ihr euch begegnen könnt, aber keine findest und dich deswegen fremd fühlst?

Das Gefühl haben, anders zu sein

Ich hatte schon oft das Gefühl, „nicht in die Welt zu passen“. Das Gefühl, dass die Menschen, die ich um mich hatte, irgendwie anders waren als ich. Andere Lebensstile, Wertvorstellungen oder Ansichten hatten. Und ich mich in keinem Menschen wiedergefunden habe.

Ich wollte mich gleich mit ihnen fühlen, mich richtig gut mit ihnen verstehen, aber habe keinen gemeinsamen Nenner gefunden. Ich habe Gespräche gesucht, aber nicht gewusst worüber. Unsere Begegnungen waren höflich, aber nicht freundschaftlich. Ich habe mich fremd gefühlt, obwohl ich eigentlich keinen Grund dazu hatte.

Die Suche nach dem Fehler

Ich fing an, mich zu fragen, was mit mir los sei. Ich habe mich in Frage gestellt und hatte den Eindruck, dass alle anderen normal sind und ich irgendwie anders bin. Ich habe geglaubt, dass ich mich ändern müsste, um in die Welt zu passen und habe versucht, so zu werden wie sie. Mich versucht anzupassen, um mich auf einer Wellenlänge mit ihnen treffen zu können.

Aber das schlug fehl.

Denn nun habe ich mich nicht nur unwohl gefühlt, weil ich mich nicht zugehörig gefühlt habe, sondern zudem noch, weil ich eine Rolle spielte, die mir nicht entsprach.

So fühlte ich mich immer unwohler und mied diese Gesellschaft, sofern dies möglich war. Ich zerbrach innerlich an dieser Maske. – der Lüge, weil ich irgendwann nicht mehr wusste, wer ich eigentlich bin und mich nirgendwo zuhause fühlte. Es begann die schlimmste Zeit meines Lebens. Ein Leben im Krieg mit mir. Ich wollte nicht sein wie ich bin und konnte auch nicht sein wie ich wollte. Ein täglicher Kampf, bei dem ich immer verlor.

Irgendwann habe ich mich gefragt, ob es nur mir so geht und wenn ja, warum es nur mir so geht. Die Begegnung mit den Menschen, die vermeintlich nicht auf meiner Wellenlänge liegen, war unvermeidbar. Und es konnte nicht sein, dass ich mich jedes Mal schlecht fühlte und hoffte, dass die Zeit schnell vergeht, wenn ich unter ihnen bin.

Und es konnte auch nicht sein, dass ich den Menschen einfach aus dem Weg gehe.

Warum du dich in dir wohlfühlen musst

Ich musste beginnen, mich in dieser Gesellschaft wohl zu fühlen, selbst wenn die Menschen nie meine engsten Freunde sein werden. Und mir wurde klar, dass wenn ich ein Problem habe, nur ich die Lösung dafür finde konnte.

Auf der Suche nach der Ursache, warum dieses Unbehagen in mir aufkommt, habe ich festgestellt, dass ich mich von den anderen, dominanteren Personen einschüchtern lasse und mich in mir und meiner Person in deren Gegenwart unsicher fühle.

Ich musste mich demnach in mir sicher und wohl fühlen, um mich inmitten dieser Menschen wohlfühlen zu können.

Denn, wer sich sicher fühlt:

  • Hat keine Angst, er selbst zu sein
  • Wird keine Scheu haben, anderen seine Meinung zu sagen
  • Den werden Kritik oder andere Ansichten nicht verunsichern

Ich musste erkennen, dass ich so, wie ich bin, genau richtig bin und ich meinen Platz in der Welt finden werde. Ich muss mich nicht anpassen, um ankommen zu können, sondern ich muss in mir ankommen, um in der Welt zu Hause sein zu können.

Arbeite an deinem Selbstbewusstsein und deinem Selbstvertrauen. Beginne, dich in deinem Körper und deinem Wesen wohlzufühlen und habe keine Angst, du selbst zu sein. Das ist der einzige Weg um Selbstsicherheit zu erlangen.

Finde die Sicherheit in dir

Es wird immer Menschen geben, mit denen du nicht auf einer Wellenlänge liegst und es ist immer ratsam, dich hauptsächlich mit den Menschen zu umgeben, die dir gut tun und unter denen du dich wohlfühlst.

Wenn du aber häufig das Gefühl hast, dich fremd zu fühlen, oder wenn das Zusammensein mit Menschen, unter denen du dich fremd fühlst unvermeidbar ist (weil sie Bekannte, Kollegen sind oder zur Familie gehören), solltest du dir überlegen, ob du dir dieses Problem nicht selbst erschaffen hast.

Hast du ein mangelndes Selbstvertrauen und bist sensibel? Dann kann es sein, dass du aus Unsicherheit die „dominante“ Art anderer als einschüchtern empfindest und ein Gefühl der Ablehnung diesen Menschen gegenüber in dir entsteht. Das Gefühl, abgewiesen zu werden oder nicht zu ihnen zu passen, weil niemand auf dich eingeht.

Finde den inneren Halt in dir. “Wer nicht in die Welt paßt, der ist immer nahe daran, sich selber zu finden“, sagte Hermann Hesse. Du bist vielleicht dabei zu erkennen, wer du bist. Lerne, dich anzunehmen und zu akzeptieren. Lerne, dich zu mögen und der Mensch, der du bist, zu leben. Dann wirst du die Sicherheit finden, die dich von innen trägt und schützt. Dann wirst du dich in dir wohlfühlen und keine Angst haben, du selbst zu sein. Dann wirst du in die Welt gehen und dich nicht mehr fremd fühlen.

“Früher habe ich einen Raum voller Menschen betreten und mich gefragt, ob sie mich mögen.
Heute schaue ich mich um und frage mich, ob ich sie mag.”

Unbekannt

Wie ergeht es dir. Kennst du das Gefühl?

Verbinde dich mit Gleichgesinnten

Die Facebook-Gruppe für dich, um Menschen zu finden, unter denen du dich wohlfühlst.

Du kennst den sehnlichen Wensch, dich verbunden zu fühlen und dich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Aus diesem Grund habe ich die Facebook-Gruppe “Verbundensein” ins Leben gerufen. Ich möchte dadurch für dich eine Möglichkeit schaffen, Menschen zu finden, die dir im Herzen ähneln, dich mit ihnen zu vernetzen, auszutauschen und sie zu treffen. Fühl dich herzlich willkommen in der Gruppe. Mögest du Menschen finden, die dein Herz berühren.

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75 Gedanken zu „Wenn du das Gefühl hast, nicht in die Welt zu passen

  1. Traudi Gradauer Antworten

    Mein Gott, da kennt jemand mein Leben und meine Persönlichkeit. Wie schlimm das manchmal sein kann, sich so anders zu fühlen, nicht dazuzugehören, immer andere Meinung, andere Einstellungen, anders “sein”. Ich bin 60, habe vor kurzem erst begonnen, zu finden, dass nicht immer ich “schuld” daran bin, wenn es keine Verbindung zwischen mir und dem anderen gibt, keine Beziehung. Es ist eine ganze Menge Arbeit und ich werde noch etwas brauchen, bis ich mich so nehmen kann, wie ich bin. In der Zwischenzeit umgebe ich mich so gut ich kann mit Menschen, die mir gut tun. Anders ist es schlecht auszuhalten und kosten viel zu viel Kraft.

    • Bettina
      Bettina Autor des BeitragsAntworten

      Danke dir für deinen Kommentar und deine offenen Worte! Es ist schwer, zu sich selbst zu stehen und sich in sich wohlzufühlen, wenn man das Gefühl hat, so gar nicht zu den anderen zu passen. Aber du bist auf dem richtigen Weg! Denn du bist völlig richtig, so wie du bist! Ich wünsch dir weiterhin viel Erfolg und Kraft, zu dir selbst zu finden!

  2. Maren Antworten

    Auch ich erkenne mich darin 100 % ig wieder…nur wie ich dahin komme..mich anzunehmen ..ist ein langer und schwieriger Weg…stoße immer wieder an meine Grenzen und werde wegen diesem Anders -Sein wohl nun auch meinen neuen Job verlieren…ich denke zuerst , es kann nur an mir liegen, ich bin der Fehler. Ich habe drüber mit Mutter und bester Freundin und meinem Freund gesprochen, den Menschen, die mich am besten und am längsten kennen und wohl auch meinen wahren Wert einschätzen können ( den ich selber nicht immer erkenne, vor allem nicht in solchen Stress und Konfliktsituationen ). Ich weiß erst seit 1 , 2 Jahren, dass man dieses Anderssein HOCHSENSIBEL nennt . Und da es mich seit Kindesbeinen verfolgt, war das Gefühl der Aussenseiterin immer da. Es ist wohl die Konstellation der Menschen , v.a. auch im Job, der mich entweder mich dort wohlfühlen lässt oder mich scheitern lässt. Es ist hart das zu erkennen und mir zu sagen , ich bin ok so wie ich bin . Mir hilft gerade sehr ” Hey ” von Andreas Bourani und der Song ” Up & Up” der britischen Band Coldplay, meiner Lieblingsband.

    • Bettina
      Bettina Autor des BeitragsAntworten

      Es ist schwer, sich anzunehmen und zu akzeptieren, wenn man sich fremd fühlt und als Außenseiter vorkommt. Die Kälte und Distanz, die man dadurch spürt, lassen einen sehr einsam und traurig werden. Man will Kontakt. Man will sich wohlfühlen – aber weiß nicht, wie. Man sucht das “Angekommen-sein”, aber kommt nicht an.

      Konzentriere dich auf die Menschen, die dich lieben – und zwar dafür, dass du genau so bist, wie du bist. Wenn andere deinen Wert nicht erkennen und deine Stärke nicht sehen (die auf jeden Fall vorhanden ist) dann wird dein Platz auch nicht dort sein. Ich wurde früher in Jobs oft kritisiert, weil ich zu still bin und mich nicht gleich lautstark bemerkbar mache, wie andere extrovertierte Kollegen. Ich war innerlich tief traurig und habe mich immer weiter in mir zurückgezogen. Wurde dadurch noch stiller und unbemerkbarer. Wenn man Menschen um sich hat, die das genaue Gegenteil von dir sind und die nur sehen, was du NICHT bist, werden sie dich niemals schätzen lernen. Ich habe auch schon sehr schlimme Zeiten durchlebt, die für mich die Hölle waren. Im Nachhinein kann ich sagen, dass ich nur durch diese Erfahrung zu dem Mensch geworden bin, der ich heute bin. Ohne diese “Schule des Lebens”, wäre ich heute niemals so selbstbewusst geworden. Das Leben gibt dir nicht immer das, was du willst, aber es gibt dir das, was du (zum Wachsen) brauchst. Ich hoffe, dass auch du – wenn Zeit vergangen ist – das Positive an deiner Kündigung siehst (sofern sie eingetreten ist).

      “Hey” finde ich auch einen sehr schönen Song! Es ist schön, dass du etwas hast, woran du dich halten kannst. Auch Andreas hat ihn ja für sich selbst geschrieben, um liebevoller zu sich zu sein.

      Mit Hochsensibilität habe ich mich ehrlich gesagt noch nie genauer befasst, möchte aber gerne dazu einen Artikel schreiben. Denn das Thema läuft mir immer wieder über den Weg. So auch durch dich.

      Ich wünsche dir alles Gute
      Deine Bettina

  3. Sarah Antworten

    Danke an euch, ich musste heute Abend einfach hören, dass ich nicht alleine mit diesem Gefühl bin. Ich vergleiche meine Situation innerlich oft mit diesem Steckkastenspiel für Kleinkinder: Das runde Teil muss ins runde Loch, das Quadratische ins Quadratische, das Dreieck in die dreieckige Form. Ich bin die Sternform…ich passe einfach nirgendwo hinein, egal wie sehr ich es auch versuche. Manchmal fühlt es sich so an als würde ich alleine in einem großen Raum schweben,ohne jemanden der da wäre und mich versteht, ganz allein. Das mit dem Selbstwertgefühl ist ein guter Gedanke. Ich denke auch immer nur daran falsch zu sein und nichts Besonderes, und auch irgendwie keinen besonderen Sinn auf der Welt oder im Leben eines anderen zu erfüllen. Ich habe versucht, nach außen selbstbewusst zu wirken, da die Leute einen dann natürlich attraktiver finden; aber da es nach Innen nicht aufrichtig war hat es offensichtlich auch nach außen nicht gewirkt. Aber wie man sich selbst davon überzeugt etwas wert zu sein, zu etwas gut zu sein…dieses Rätsel konnte ich bis jetzt noch nicht lösen. Da ich auch äußerlich ziemlich individuell aussehe hat eine Freundin von mir prognostiziert, dass die Leute vielleicht Angst vor meiner Andersartigkeit haben, dass ich sie einschüchtere… aber ich kann, wie du, auch nicht damit leben mich ständig zu verstellen. Trotzdem bleibt nur weiterzumachen und zu hoffen, dass ich irgendwann in meinem Leben jemandem begegne der mich verstehen kann und mich nicht einfach fallen lässt weil ich ihn mit meiner Persönlichkeit, meinem Aussehen oder sonst irgendwas überfordere… Ich bin froh, dass ich jetzt weiß, dass andere dieses Gefühl auch kennen!

    • Bettina
      Bettina Autor des BeitragsAntworten

      Danke für deine offenen Worte. Ich freue mich, dass du dich durch uns nicht so alleine fühlst. Du hast das sehr schön beschrieben mit dem Stern, der nirgendwo reinpasst. Du sagst, du findest keinen Sinn im Leben. Weißt du, was das größte Geschenk ist, das du der Welt machen kannst? Du selbst sein in deiner besten Version. Und nur wenn du das tust, was dir im Inneren richtig vorkommt, bist du echt und du selbst. Dann lebst du im Einklang mit dir und das macht dich zufrieden. (Da schwindet dann auch die Suche nach dem Sinn. Der Sinn wird dein Leben.) Und diese Gefühl strahlst du in die Welt hinaus und erhellst sie mit deinem Licht. Liebe Sarah, auch wenn du es schwerer hast, weil du “anders bist”, bleib dir bitte treu. Habe den Mut, so zu sein, wie du sein willst. Es ist der einzige Weg, der dich letztendlich glücklich machen kann. Nur dann bist du echt. Und vielleicht beeindruckst du andere sogar damit und inspirierst sie, das zu tun, wovor sie Angst haben: Sie selbst zu sein.

      Nimm dein anders sein als “Mission für die Welt” an, lerne, dich in dir wohlzufühlen und dich nicht mehr als etwas Schlechteres anzusehen, weil du anders bist. Du bist toll. Hast viele Eigenschaften und Fähigkeiten, die dich auszeichnen. Vielleicht hilft dir dieser Beitrag etwas dabei, dich zu mögen: http://kreativgedacht.de/die-summe-deiner-teile/ Ich werde mir vornehmen, auch einen Beitrag zu schreiben, wie man lernt, sich selbst anzunehmen.

      Ich bin mir sicher, dass du jemanden finden wirst, der dich genau so mag, wie du bist. Und ich weiß nicht, ob es dir hilft: Wir kennen uns nicht, aber ich mag dich! 🙂

  4. Chrisi Antworten

    Hallo,
    Ich finde dein Artikel sehr schön,
    Leider habe ich dieses Problem auch. Ich fühle mich, als komme ich von einem anderen Stern. Familie, Partnerschaften sind mir manchmal sogar fremd. Ich beschäftige mich sehr viel mit Philosophie und Spiritualität. Mein Lebenslauf und meine Schullaufbahn war auch nicht so positiv. Ich passe in dieses Leben nicht. Wie ein Puzzleteil was übrig bleibt.

    • Bettina
      Bettina Autor des BeitragsAntworten

      Liebe Chrisi,
      vielen Dank! Es ist schön zu wissen, dass man nicht allein mit diesem Gefühl ist. Bei dir hört sich das sehr traurig an. Kannst du mir beschreiben, in wie fern du das Gefühl hast, nicht in die Welt zu passen? Sind es die zwischenmenschlichen Beziehungen oder eher die Gesellschaft, in der du dich nicht wohl fühlst? (Weil du auch deine Schullaufbahn ansprichst.) Und gibt es gar niemanden, der auf deiner Wellenlänge ist? Gar keinen Ort oder eine Tätigkeit, bei der du dich wohlfühlst? Liebe Grüße Bettina

    • Juliet-Nina Antworten

      Hey du Liebe , ich musste fast weinen als ich deinen Kommentar gelesen habe weil es mir genau so geht. Schon als kleines Kind waren mir meine Eltern und Familie fremd. Ich bin 55 Jahre hier und fühle mich als hätte ich mich verflogen und sei nicht richtig. Habe Verhaltens Therapie gemacht und jetzt Trauma Therapie und langsam wird es besser seit dem ich weiß das ich meine Zwillingsgeschwister im Bauch meiner Mutter verloren habe und hochsensibel bin . Mein Vater hat mich /uns, klein gemacht hat damit er groß ist. Irgendwie war alles ziemlich schwer. Am Leben gehalten haben mich die Tiere und die Natur. Jetzt wird mir einiges klarer und ich begreife vieles, es geht voran doch dieser Schmerz der Einsamkeit ist immer noch da. Ich wünsche mir so sehr Menschen um mich bei denen ich mich geborgen und gut fühle. Ich gebe die Hoffnung nicht auf und wünsche Euch allen das Beste. Liebe Grüße, Juliet

      • Bettina
        Bettina Autor des BeitragsAntworten

        Liebe Juliet-Nina,
        vielen Dank für deine offenen und ehrlichen Worte.
        Ich wünsche dir alles Liebe und Gute und vor allem Menschen, unter denen du dich wohlfühlst.
        Alles Liebe
        Bettina

  5. Fari Antworten

    Liebe Bettina, ich habe mich in meinem Leben oft anders gefühlt, schon allein deswegen, weil ich anders ausschaue, aus einem anderen Land komme und eine andere Kultur habe. Es gab schon viele Menschen, denen ich in meinem Leben begegnet bin, und die mir das Gefühl anders zu sein, sehr stark vermittelt haben, in dem sie mich “anders” behandelt haben. Heute stehe ich über all dem, aber es war schwierig zu diesem Punkt zu gelangen. Ich habe sooft nach Fehlern in mir selbst gesucht, weil andere mich einfach nicht akzeptiert habe wie ich bin. Ich habe deinen Beitrag so gern gelesen! Vielen Dank dafür! Ganz liebe Grüße, Fari aus Wien

    • Bettina
      Bettina Autor des BeitragsAntworten

      Liebe Fari,
      es ist wirklich traurig, dass einige Menschen denjenigen, die nicht aus ihrem Land kommen, oft mit Vorurteilen und Abneigung begegnen. Ich glaube, jemand, der dieses Problem nicht kennt (wie ich), kann gar nicht richtig begreifen, was das bedeutet. Es freut mich, dass du deinen Halt nun in dir gefunden hast und dich nicht mehr unterkriegen lässt. Gab es denn ein einschneidendes Erlebnis, das dich zu dem Punkt brachte, dich zu akzeptieren und über all dem zu stehen?
      Ganz liebe Grüße nach Wien
      Bettina

    • Fari Antworten

      Liebe Bettina, nein es gab kein einschneidendes Erlebnis, aber mit der Zeit kommst du einfach drauf dass du eigentlich ganz ok bist und es nicht an dir liegt. Manche Dinge muss man einfach akzeptieren, da es einige Menschen da draussen gibt, die einfach anders denken. GLG, Fari

  6. Ylander Antworten

    Liebe Bettina,

    ich teile deine Erlebnisse und Empfindungen.

    Allerdings bin ich zu einer etwas anderen Erkenntnis gelangt, was wichtig ist: nämlich die innere Freiheit – Freiheit von all den Eigenschaften in der Gesellschaft, die uns Hochsensiblen, die allzu leicht die Maßstäbe der Gesellschaft an sich anlegen -so sehr zu schaffen machen.

    Der Weise Jiddu Krishnamurti hob immer wieder hervor, wie wichtig Freiheit sei, hat uns immer wieder zum Prüfen aufgefordert, ob wir leben, wie wir sind, oder wie wir sein sollten. Wer frei sein wolle, müsse ein totaler Außenseiter in der Gesellschaft sein und in der Gesellschaft leben, aber nicht als ein Teil von ihr.

    Gruß
    Ylander

    • Bettina
      Bettina Autor des BeitragsAntworten

      Lieber Ylander,
      vielen Dank für deinen Kommentar und ich kann dir nur Recht geben: Wirklich frei sein und leben kann nur, wer innerlich frei und damit innerlich allein ist, was für mich aber auch mit Selbstvertrauen und innerem Halt zu tun hat. Aber das ist eine schwere Kunst. Ich habe auch ein Buch von Jiddu Krishnamurti gelesen (Einbruch in die Freiheit), du kennst es bestimmt. Schaffst du es denn, trotz der ganzen Einflüsse von Außen innerlich frei zu sein und frei zu leben, so ganz innerlich getrennt von der Gesellschaft? Gerne kannst du auch bei dem Beitrag, den ich über das Buch geschrieben habe, kommentieren, wenn dir das passender erscheint: http://www.kreativgedacht.de/innere-freiheit/ Ich persönlich versuche immer wieder, diese Ansätze zu leben, aber es braucht Übung und seine Zeit.
      Liebe Grüße
      Bettina

  7. Ylander Antworten

    Liebe Bettina,

    die Schwierigkeit scheint darin zu liegen, dass sich all die destruktiven Gedankenmuster, die Introjekte, die wir erfahren haben, im Laufe der Jahre und Jahrzehnte in unser Gehirn und in das vegetative Nervensystem hineingebrannt haben. Sie werden zum Selbstläufer, wierden zum Programm, das sich selbst nährt und von selbst abläuft.

    Es ist grundsätzlich möglich, dsss wir uns umprogrammieren und diese Muster auflösen, indem wir sie nicht weiter nähren. Das gelingt aber nur, wenn wir uns dieser Muster ganz gewahr werden und in diesem Moment den Kreislauf dieser Muster durchbrechen, diese destruktiven Gedanken ziehen lassen und auf unsere Gefühle achten.

    Wenn es uns gelingt, nachhaltig in diesen Modus hineinzukommen und wir beharrlich trainieren, werden sich die destruktiven Muster nach und nach auflösen.

    Gruß
    Ylander

    • Bettina
      Bettina Autor des BeitragsAntworten

      Lieber Ylander,
      vielen Dank für deinen Kommentar und die ausführliche Antwort. Ich bin ganz bei dir und glaube ebenfalls, dass wir durch Bewusstheit und regelmäßiges Üben Veränderungen schaffen können.
      Alles Gute und viele Grüße
      Bettina

  8. Kolonialwaren Antworten

    Am Freitag war dieses Gefühl wieder so stark, so prägnant, dass es mich sogar jetzt zwei Tage später umhaut.
    Ich habe den Artikel gefunden und als Du den Punkt mit der dominanten Person ansprach dachte ich nur : Ja, genau das war das Problem. Ich mag es nicht Menschen als Problem darzustellen aber ich komme gegen sie einfach nicht an. Und dann gehen die Selbstzweifel los und dann kommt dieses Gefühl wieder hoch.
    Ja. Das war mir vor diesem Artikel nie bewusst. Ich dachte immer das das ein Gefühl ist wie ein Schnupfen. Das es einfach plötzlich kommt und ne Weile braucht bis es wieder geht. Aber jetzt sehe ich klarer.
    Danke Dafür.
    Liebe Grüße.

    Ann – kolonialwarenladen.blogspot.de

    • Bettina
      Bettina Autor des BeitragsAntworten

      Liebe Ann,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Wenn wir uns selbst verstehen lernen, dann werden unsere Probleme durchschaubarer. Wir erkennen Ursachen und finden dadurch leichter Lösungen. Es freut mich, dass du durch diesen Beitrag dich selbst besser verstehen kannst!
      Alles Gute dir und liebe Grüße
      Bettina

  9. Martin Antworten

    Danke Bettina, da sprichst Du auch mich an.
    Ich habe zwar keine Probleme im Umgang mit meinen Mitmenschen, da mir der “liebe Gott” ein recht offenes Naturell mitgegeben hat, und es für mich seit meiner Kindheit selbstverständlich ist, meine Meinung offen zu äußern, auch wenn ich damit anecke.
    Doch was mir wirklich ein Problem macht, ist eine gewisse Einsamkeit. Ich meine sowas wie eine echte Gemeinschaft, der Menschen die sich bewusst spirituell weiterentwickeln wollen.
    Du hast hier mit Deinem Blog was wirklich Wunderbares geschaffen, und ich fühle mich hier total zuhause. Bodenständige Spiritualität nenne ich das. Danke.
    Doch ich vermisse sowas wie einen Raum, in dem sich die Gemeinde in echt treffen kann. Kennst Du sowas wie eine “Spiri Kneipe”?
    Ich lebe in der tiefsten Provinz, und versuche mit meinen Kursen und mit meiner Kunst ein wenig Leben in die Scene zu bringen. Doch es ist mir alles noch zu wenig. Ich träume davon, dass es das Normalste der Welt ist, Menschen wie Dich zu treffen, und wir uns gegenseitig im Wachstum und in der Entfaltung unterstützen.
    Vielleicht komme ich ja mal nach Stuttgart, und entdecke dort ein Lokal auf dem “Kreativ gedacht” über dem Eingang steht.
    Oder ich sollte sowas selbst mal in Angriff nehmen 😉
    Alles Liebe,
    Martin

    • Bettina
      Bettina Autor des BeitragsAntworten

      Vielen Dank für dieses schöne Kompliment! Ich freue mich sehr, dass du dich hier zuhause fühlst. Das ist genau das, was ich erreichen möchte. Ein Ort, um sich verstanden zu fühlen und austauschen zu können. Um weiterzukommen und weiterhelfen zu können.

      Ich musste gerade richtig schmunzeln über deine Idee, aber sie ist großartig! Ich kenne keine solche Kneipe oder einen Ort, wo man sich spirituell austauschen kann, tiefgründige Gespräche führen und sich gegenseitig weiterbringen kann.

      Ich kann mir nicht vorstellen, wie ich ein solches Lokal ins Leben rufen soll, ohne etwas dabei zu verdienen, aber vielleicht schaffst du es ja! Ich würde auf jeden Fall mal vorbeikommen 🙂

      Liebe Grüße
      Bettina

    • Emily Antworten

      Hallo Martin ,( 2016, Oktober)

      Ich sehe Deine Nachricht hier ist schon eine Weile her ….trotzdem , Deine Ansichten und Vorstellung von Kontakt zu anderen Menschen entspricht auch meiner . Gern würde ich erfahren wo Du zu Hause bist und ob es eine positive Veränderung gibt !?
      Mir geht es ähnlich , bin auch beruflich viel mit Menschen zusammen , es gibt viele , vor allem oberflächliche Gespräche , (hier auch ok)….nur tiefergehende ..zum Verständniss und zur Weiterentwicklung führende Gespräche ( auch auf einer lockeren Art) fehlen mir auch oft bei “Freunden”. Auch dadurch fühle ich mich oft einsam , ich gehe gern auf Menschen ein , bin ganz bei Ihnen …….!!!!!
      Würde mich über eine Antwort freuen ,
      auch gern von Bettina .( dies ist ein kleiner Ausschnitt aus meinem Leben)

  10. Sarah Antworten

    Hay Bettina,

    Ich fand deinen Text sehr bewegend, doch bei mir ist das alles doch etwas anders. Ich denke Vertrauen spielt eine sehr große Rolle, wenn man sich unsicher fühlt und nicht zugehörig. Ich wurde in meinem Leben sehr geprägt, so,dass ich eine Art Hass und Angst vor Menschen besonders älteren Männern entwickelt habe. Wenn man dann aber zusätzlich seiner eigenen Familie nicht trauen kann und das Gefühl hat, nicht verstanden zu werden, ist es wie ein schwarzes Loch, dass dich von Innen auffrisst. Es kommen immer öfter Menschen in dein Leben,bei denen du dich gut fühlst, verstanden, akzepziert. Doch wenn diese Menschen dich dann verletzen hast du niemanden mehr. Du beginnst dich zu fragen “Wer bin ich?“ und “Was mach ich hier“, siehst nebenbei noch wie das Schlechte sich auf der Welt ausbreitet. Die Luft die du atmest, das Wasser das du trinkst, das Fleisch, das du isst. Ich bin so ein Mensch, der träumt. Von einer besseren Welt, seinen Traumprinz zu finden, einen Beruf zu finden der einen glücklich macht und so weiter. Und am Ende sind ed doch nur Träume und man steigert sich in sie hinein. Nichts ist einem gut genug. Ich singe, spiele Geige, zeichne, Schreibe Songs, verfasse Texte, Dichte, werde kreativ, schreibe ein Buch, steh auf der Bühne, liefere eine Show ab, model, komponiere, schauspielere, fotografiere, versuche meinen Weg zu gehn, da bei dem Berufswahltest nichts herausgekommen ist. Was ist mit Menschen wie mir? Wie kann ich je glücklich sein und zufrieden, wenn alles was ich mir erträume so unfassbar weit weg und schwer zu erreichen ist? Wenn ich einfach nur hier raus möchte, einen Neuanfang, weg von dem ganzen Schlechten, das mich geprägt hat. Wie kriege ich das hin? Einen Menschen zu finden der fühlt wie ich und bleibt. Mich nicht verletzt, da ist? Ich passe nicht in diese Welt und werde es wahrscheinlich nie tun. Und manchmal frage ich mich dann, ist das alles vorbestimmt, ist da jemand der mir mein Schicksal schon gelegt hat? Was tut man, wenn man keine Luft mehr durch seinen eigenen Körper bekommt?

    • Bettina
      Bettina Autor des BeitragsAntworten

      Liebe Sarah,

      vielen Dank für deine Offenheit. Du hast recht, dass die Vergangenheit prägt und Misstrauen dazu führen kann, sich nicht verbunden und verstanden zu fühlen. Deine Verschlossenheit und Argwohn bemerken andere Menschen und das kann dazu führen, dass sie sich auch dir nicht öffnen. Bedenke, dass du erlauben musst, an dich heranzukommen. Dass du anderen die Chance geben musst, vertrauenswürdig zu sein. Du bekommst immer so viel, wie du selbst zu geben bereit bist.

      Leider hast du wohl auch Menschen getroffen, denen du dich zwar verbunden gefühlt hast, die dich aber trotzdem verletzt haben und dir wieder gezeigt haben, dass du niemandem vertrauen kannst. Im Leben erfahren wir immer wieder Ablehnung. Verletzungen. Meist jedoch nicht, weil ein anderer uns weh tun möchte, sondern weil wir Verletzungen in uns tragen, die ein anderer mit seinem Verhalten berührt. Und bei dir scheinen andere sehr leicht deine Wunden aus der Vergangenheit aufzureißen.

      Wir können nicht erwarten, dass sich alle Menschen lieb und nett verhalten und uns nie weh tun. Mit Verletzungen kämpft ein jeder von uns. Was dir widerfährt kannst du nicht beeinflussen, was du beeinflussen kannst, ist, wie du mit dem umgehst, was dir widerfährt. Du kannst dich für all deine Erfahrungen entweder bemitleiden oder sie als Geschenk betrachten. Sie sind entweder eine Chance für Wachstum oder ein Hindernis, das dich vom Wachstum abhält. Die Entscheidung liegt bei dir.

      Ziehst du dich gleich zurück und bemitleidest dich, oder versuchst du aus der Erfahrung zu lernen? Hast du versucht zu verstehen, warum dies oder jenes passiert ist oder hast du vielleicht ohne nachzudenken eine böse Absicht unterstellt? Hast du Mitgefühl für andere und gestehst ihnen zu, dass sie in ihrer Wut etwas sagen könnten, was sie gar nicht so gemeint haben oder nimmst du jede Aussage direkt persönlich?

      Wenn du den Eindruck haben möchtest, dass die Welt nur Schlechtes für dich will, wirst du an jeder Ecke Menschen und Umstände finden, die dir diesen Eindruck bestätigen. Es kommt immer darauf an, was du in dein Herz lässt. Wie viel Macht du anderen über dich erlaubst zu haben.

      Du machst bewundernswert viele Sachen und scheinst sehr talentiert zu sein. Wovon träumst du denn genau? Was heißt „einen besseren Job“ haben? Was ist deine größte Sehnsucht und was hast du schon versucht, um sie dir zu erfüllen? Woran bist du gescheitert? Wir können uns nicht von heute auf morgen ein neues Leben erschaffen, aber Schritt für Schritt. Mit jeder Entscheidung, die du triffst, formst du dein Leben. Damit meine ich auch die Entscheidung, welche Geisteshaltung du zu den Dingen hast. Viktor Frankl, ein Psychologe, saß im Konzentrationslager und hat nur Ablehnung erfahren. Er hat ein Buch geschrieben “und trotzdem ja zum Leben sagen”. Er hat nicht aufgehört an das Leben zu glauben. Es ist eine Entscheidung, wie wir mit dem, was uns widerfährt, umgehen.

      Wenn dich deine Vergangenheit so sehr prägt möchte ich dir gerne diesen Beitrag empfehlen, der dir möglicherweise helfen kann, einen neuen Blickwinkel zu bekommen: Sei kein Sklave deiner Vergangenheit (http://www.kreativgedacht.de/sklave-deiner-vergangenheit/)

      Liebe Grüße
      Bettina

    • Verena78 Antworten

      Wow , ich bin überwältigt von deinen Worten, mir geht es genauso , ganz genauso , nur zweifle ich so oft an mir , hab so viele Gedanken das ich es nicht schaffe sie so zu ordnen um es zu beschreiben , so zu beschreiben wie Du es hier tust , Danke dafür

    • Fiona Antworten

      Hey, dir geht’s offenbar sehr ähnlich wie mir. Berufswahltests haben bei mir auch nie was ergeben. Ich mache mittlerweile nur noch das was ich wirklich will. Musik und schreiben. Ich verdiene nicht viel Geld damit, es ist immer sehr knapp, aber ich bin glücklich. Mit meiner gesamten Familie habe ich nichts mehr zu tun, weil sie mich zutiefst enttäuscht haben. Männer, besonders ältere… Tja da könnte ich auch was zu erzählen. Ich erkenne mich in vielem, was du schreibst,wieder. Wollen wir uns mal austauschen? Wenn du magst schreib mir eine E-Mail an om_namah_shivaya@gmx.de (Die Adresse stammt aus meiner Yoga-Phase)😊

  11. Chrisi Antworten

    Mich interessiert nur die Spiritualität, Esoterik, Philosophie und die Politik und die Psychologie.

    Das Arbeitsleben fällt mir schwer und bei mir ist leider alles fremd.

  12. Carmy Antworten

    Ich will nur mal einen Tag erleben, wo ich mich mal nicht fremd fühle. Gerade gestern hatte ich wieder eines dieser Erfolgserlebnisse, wo ich nach eigener Einschätzung nach supergesprächig war und sogar gelacht habe und mich gut gefühlt habe, nur um dann gegen Feierabend von meinen Kollegen als Freak beleidigt zu werden, weil ich eben nicht wie sie sekündlich laute Witze gerissen habe und jedem Kunden meine Lebensgeschichte aufgezwängt habe. Berechtigterweise nahm ich ihre als Witze und Spaß deklarierten Ansichten über meine ruhige, zurückhaltende Art zum Anlass, nicht mehr allzu viel zu sagen, weil ich jetzt nicht mehr versuchen musste, es zu verstecken. Außerdem fiel mir keine Erwiderung ein, geschweige denn kam mir in den Sinn, irgendetwas auf ihre Kritik zu erwidern. Letztens Endes nannte mich ausgerechnet der Kerl, in dessen Gegenwart ich mich am wohlsten gefühlt hatte, stumm und unnormal. So als wenn es das nicht schlimmste Verbrechen wäre, nicht ohne Punkt und Komma frei weg von der Leber zu erzählen.
    In Zeit glaube ich auch, dass ich irgendwie nicht fähig bin zu lieben. Jedesmal wenn ich jemanden toll finde, ihn dann treffe, merke ich, dass ich rein gar nichts fühle. Das passt ja. Introvertiert, stumm und gefühlsunfähig.
    Was soll ich hier? Im Ernst!
    Die einzige Person auf dieser Welt, wo ich ich selbst sein kann, ist meine nächsälteste Schwester. Ansonsten begegne ich Leuten, bin stets nett und respektvoll, schließe aber nie Freundschaften.
    Ich bin 21 und suche verzweifelt eine Möglichkeit zu leben, ohne mich ständig falsch und fehl am Platz zu führen. Puh, das musste jetzt mal raus. Von wegen stumm. Reden ist überbewertet.

    • Bettina
      Bettina Autor des BeitragsAntworten

      Liebe Carmy,

      ich danke dir sehr, dass du dich hier geöffnet hast!

      Aus dir herauszukommen hat dich in der von dir beschriebenen Situation viel Mut und Überwindung gekostet. Umso mehr verstehe ich, dass du auf das Feedback von außen mit Rückzug reagiert hast. Keiner möchte ausgegrenzt und abgelehnt werden. In deinem Verhalten und deinen Gefühlen erkenne ich mich wider. Ich habe früher ständig meinen Freundeskreis gewechselst und mich überall angepasst, weil ich den Eindruck hatte, so, wie ich bin (ruhig und introvertiert), akzeptiert mich niemand. Und dann fiel ich und erkannte, dass ich zu mir selbst stehen muss.

      Nur wenn ich mich annehme und akzeptiere, kann ich von anderen akzeptiert werden, weil ich mich nur in dem Maß geliebt fühle, wie ich mich selbst liebe. Und nur wenn ich bin, wie ich bin, finde ich Menschen, die mich um meinet Willen mögen. Gib dich mit nichts anderem zufrieden, bis du diese Menschen gefunden hast!

      Es ist wahrscheinlich, dass du dich durch den Rückzug (in dir selbst) ausschließt und dich deshalb auch einsam fühlst und dir gefühllos vorkommst. Es ist vielleicht die Angst vor Ablehnung, die es dir schwer macht, dich zu öffen und zu fühlen. Sie möchte dich im Grunde schützen, aber grenzt dich auch aus. Du kannst andere nicht ausgrenzen, ohne dich selbst einzugrenzen. Auch mir erging es so. Ich habe Anschluss gewollt, aber mich so in mir zurückgezogen, dass ich keinen Anschluss finden konnte. Ich habe unbewusst anderen signalisiert, dass ich keinen Anschluss möchte.

      Hier möchte ich auch gerne auf mein Buch hinweisen, in dem es darum geht, in Einklang mit sich zu kommen. Es könnte dir Antworten und Unterstützung auf deinem Weg zu dir selbst geben.

      Ich wünsche dir alles Liebe
      Bettina

  13. Ursula Antworten

    ..aber weshalb fällt uns das alles so schwer? warum?

    was quälen wir uns so??

    wofür?
    wogegen?

    Woher die Lebensmüdigkeit?
    Wohin damit?

    ..wie kann ich mich befreien??

    • Bettina
      Bettina Autor des BeitragsAntworten

      Liebe Ursula,
      berechtigte und wichtige Fragen, die du stellst. Es fällt nicht allen schwer. Es fällt meiste jenen schwer, die sehr sensibel und oft auch tiefgründig sind. Die mehr spüren und wahrnehmen, als andere. Sie haben es besonders schwer, weil sie sich auf einer anderen Bewusstseinebene befinden. Oft liegt es auch an den tiefsitzenden Ängsten, nicht genug oder geliebt zu sein, wenn wir uns zeigen, wie wir sind. Diese Ängste können wir durch die Stärkung von Selbstvertrauen und Selbstannahme verrringern. Indem wir uns voll und ganz akzeptieren und erlauben, uns so zu zeigen, wie wir sind. Dann bist du einfach. Dann magst du immer noch nicht auf einer Wellenlänge mit einigen Menschen liegen, aber es wird dich nicht mehr belasten. Du bist wie du bist und wirst Menschen in dein Leben ziehen, die dich so mögen, wie du bist.

      Wir müssen uns wieder mehr nach Innen wenden und uns annehmen. Unsere innere Mitte finden und aus dieser heraus leben. Daher ermuntere ich dich sehr dazu, zu lernen, dich anzunehmen. Zu akzeptieren und deine Maske fallen zu lassen, die du aus Angst vielleicht oft aufsetzt. Zeige dich. Sei du selbst.

      Morgen veröffentliche ich passend auch einen Beitrag dazu, wie es dir gelingt, dich nicht mehr so fremd zu fühlen. Vielleicht kannst du aus ihm etwas für dich mitnehmen.

      Alles Liebe
      Bettina

  14. Jen Antworten

    Hallo,
    Ich bin froh zu lesen, dass ich nicht die einzige bin, die so fühlt, wie ich.
    Seit ein paar Tagen ist das Gefühl ganz stark in meinem Bewusstsein, öfter versuche ich es beiseite zu schieben. Heute schmerzt es mich sehr.
    Früher war es für mich einfacher, mich von Menschen abzuwenden, bei denen ich das Gefühl hatte, dass sie mir nicht gut tun, weil sie mir ständig versuchten einzureden, dass ich nicht richtig bin oder nicht gut bin, so wie ich bin. Ich habe häufig Ablehnung erlebt und gar schon schlimmeres…
    Dennoch habe ich Wege gefunden, dass es mir nicht so schlecht geht.
    Doch jetzt bin ich an einem Punkt in der es nicht mehr so einfach geht und ich keine Ahnung habe, was mir oder wie ich mir helfen kann, dass ich dieses negative Gefühl nicht mehr habe..
    Ich bin so erschrocken, dass anders sein, für viele Menschen im Außen so eine Bedrohung darstellt… Und eigentlich ist doch keiner wie der andere… Die Menschen um mich herum sind häufig für mich schwer zu begreifen..

    • Bettina
      Bettina Autor des BeitragsAntworten

      Hallo Jen,

      vielen Dank, dass du dich hier geöffnet hast. Ja, es ist sehr wohltuend zu wissen, dass man nicht alleine mit diesem Thema ist.

      Du sagst, dass aktuell dieses Gefühl anders zu sein besonders schlimm ist. Wann spürst du dieses Gefühl genau? In deinem Arbeitsumfeld? In deinem privaten Umfeld? Wer ist da, wenn du dieses Gefühl hast und was könnte es dir sagen wollen? Ist es vielleicht ein Aufruf, dich von bestimmten Menschen zu lösen? Ist es vielleicht ein Aufruf, deinen eigenen Weg zu gehen und dadurch Menschen zu finden, die wirklich zu dir passen? Ist es vielleicht ein Aufruf zu mehr Selbstvertrauen und -bewusstsein?

      Du hast recht, dass wir alle verschieden sind und doch sind wir im tiefsten Inneren alle eins. Ich wünsche mir auch sehr, dass das immer mehr Menschen begreifen und jedem erlauben, so zu sein, wie er ist.

    • Jen Antworten

      Hallo schön dass du geantwortet hast.
      Ich möchte mich von einigen Menschen lösen, das Problem ist nur, dass es die Kernfamilie meines Partners ist.
      Es hört sich schlimm an aber für mich ist es ein Gefühl von Freiheit, wenn ich nicht in deren Nähe bin und ich mich mit ihnen auseinander setzen muss.
      Mein Mann möchte aber den Kontakt bei behalten.. Obwohl wir ständig Streit haben, wenn sie wieder bei uns waren und uns als Individuum und als eigenes System nicht anerkannt haben und uns verdeutlichen, dass das was wir sagen, wünschen, entscheiden und empfinden, nicht richtig ist. Wir hatten jetzt für ein paar Wochen kein Kontakt. Mir geht es damit gut, aber es macht mich auf der anderen Seite sehr traurig, dass es so ist.
      Generell empfinde ich mich aber als ein spezieller Mensch, der sehr frei denkt und beispielsweise und anders, als bspw konservativ eingestellte Menschen. Mir wird oft bewusst dass ich nicht wie die meisten Menschen bin oder beispielsweise 9 Leute eine Meinung teilen und ich diese nicht. Häufig versuchen (egal ob privat oder geschäftlich) meine Meinung auszugrenzen oder sie ins lächerliche zu ziehen. Ich wurde auch schon ausgelacht und entwertet… Solche Erfahrungen bewegen mich. Vor allem wenn sie sich wiederholen und ich das Gefühl habe ich bin die Einzige und gegen ein Rudel Wölfe komme ich nicht an.

      Ich freue mich dass ich mich hier austauschen kann!

      • Bettina
        Bettina Autor des BeitragsAntworten

        Hallo Jen,

        gerne.

        Du hast es besonders schwer, dich von den Menschen zu lösen, weil sie in deinem engeren Umfeld und Familienkreis sind. Und glaube mir du bist nicht die Einzige, die sich in der Familie des Partners nicht wohlfühlt. Ich kenne einige, die in dieser Situation sind oder waren. Wobei eine Trennung immer erst der letzte Schritt sein sollte.

        Meine erste Frage: Habt ihr oder du mal bei der Familie deines Mannes geäußert, dass es dich traurig macht, wenn sie so über dich oder euch und eure Meinungen und Entscheidungen reden? Zeige dich verletztlich. Echt. Das, was du fühlst, wenn sie so mit euch reden. Sage es auf eine nicht vorwurfsvolle Art. Berühre sie mit deiner Ehrlichkeit, Offenheit und Verletzlichkeit. Es kann sein, dass es ihnen nicht bewusst ist und sie euch mit ihren gutgemeinten Ratschlägen helfen wollen (auch wenn sie das Gegenteil bewirken). Was könnte die Familie deines Mannes durch ihre Aussagen bewirken wollen? Was ist eine gute Absicht, die dahinter stehen könnte?

        Es muss nicht jeder gleicher Meinung sein, aus Andersartigkeit kann auch sehr viel Vielfalt und gegenseitiges Wachstum entstehen, weil man einen anderen Blick auf etwas bekommt.

        Ich weiß, dass es nicht einfach ist, zu sich selbst zu stehen. Es erfordert Mut, dennoch ermuntere ich dich dazu, das zu üben. Bleib bei dir und vertrete das, was für dich stimmt. Frage dich in Momenten, in denen du vor der Herausforderung steht, deine Meinung zu präsentieren, wer du sein willst. Willst du dich lächerlich machen und dich dadurch selbst verletzten? Willst du anderen erlauben dir vorzuschreiben, was du denken sollst? Willst du vertrauensvoll deine Meinung leben und jedem frei lassen, ob er damit etwas anfangen kann oder ängstlich reagieren und dich verbiegen, um anderen zu gefallen?

        Ich wünsche dir alles Gute!

  15. John Antworten

    Hallo zusammen!
    Ich probiere mich nun mal so gut wie es geht zu öffnen.
    Finde die Sicherheit in dir?
    hmm… Um so mehr ich das suche um so mehr unsicher bin ich hier.
    Ich trage dieses Gefühl mein ganzes Leben mit, hab alles und mir geht es soweit bestens.
    Doch seit einiger Zeit hab ich träume und keie in Trance Zustände rein. Die Träume gingen ja noch aber die Trance Zustände werde langsam extrem.
    Ich sehe eine andere Welt durch die Augen jemand anderem, ich spüre die Berührungen von Regen und Wind, ich spüre auch das der oder Die Angst bekommt wen ich dort bin. Er/Sie rannte auf einmal los und schaute verwirrend herum.
    Beim ersten versuch mit Kommunizieren brach der Kontakt ab..
    Ich weis es sucht mich auch, den ich werde auf einmal still, ganzer Körper zitter und kribbelt, dabei höre ich ein leichtes kurzes brummen in den Ohren.
    Warum ist das so bei mir?

    Alle sagen wir sind freiwillig hier, aber ich sehe das nicht so.
    Warum ein schönes Leben gegen dieses hier auf der Erde einzutauschen?
    Wen ich die Erde suchen will, würde ich es nicht freiwillig machen.
    Ich empfinde kein Trauer, auch wen es die Familie betrifft, aber nach dem Trance zustand da schon obwohl ich Angst dabei hab.

    Wir sollten uns durchsetzten? Naja.. leicht gesagt als getan.
    Jeder weisst das wir nicht alleine sind im Universum, aber niemand will sich von Beweisen zufriedenstellen
    Wir denken anders, Ja aber niemand kommt schlussendlich mit unsere Logik klar. Da kommen Sprüche wie: Das ist zuweit hergeholt oder wen es wirklich so einfach wäre warum machen wir das nicht so? Finde ich gute und eine berechtigte Frage und meine Antwort ist meist: Ihr lässt euch alle blenden von den Standardisierung und der Volk Verdummung. Die Menschen sind faul und können nicht selbständig handeln.
    Da werde ich halbwegs als ein Vollpfosten abgestempelt.

    Wie geht ihr damit um?
    Wer hat die gleiche Erfahrungen wie ich?
    Wer probiert es auch den Kontakt her zustellen?
    Und wer hat auch die Erfahrung gesammelt wen man nahe an einem Antwort ist, Behörde und Leute die mann noch nie gesehen hatte einem zurück halten, oder auch auf einem schlag Gesundheitlich miserabel geht?

    • Bettina
      Bettina Autor des BeitragsAntworten

      Lieber John,

      vielen Dank für deinen Mut und deine Offenheit. Solche Trance-Zustände, die du beschreibst, kenne ich nicht. Ich verstehe, dass das Angst machen kann, vor allem, wenn man (noch) nicht weiß, wie man damit umgehen soll. Ich wünsche dir sehr, dass du jemanden findest, der dir auf deiner Reise und bei deiner Aufgabe helfen kann.

      Ich denke, je weiter man sich entwickelt, desto einsamer wird man in der Gesellschaft sein. Weil ein großer Teil der Menschen noch sehr unbewusst lebt. Das ist eine Herausforderung, der sich die Menschen stellen dürfen, die mehr aufgewacht sind als andere.

      Ich bin gespannt, welcher Austausch sich hier ergibt.
      Alles LIebe
      Bettina

  16. Michael Antworten

    Schwer wird es, wenn man noch nie wirklich zu jemanden gehört hast. Im Leben immer wieder erleben musstest, das man letztendlich niemanden wirklich hat. Das man das ganze Jahr alleine ist. Damit meine ich nicht nur das Körperliche, sondern auch das Geistige. Dann kann man sich irgendwann nicht mehr öffnen, weil man es einfach nicht kennt und nicht weiß, wie man darauf reagieren soll.

    Als Kind wird das akzeptiert. Aber nicht wenn man Mitten im Leben steht.

    • Bettina
      Bettina Autor des BeitragsAntworten

      Lieber Michael,
      da gebe ich dir recht. Es ist schwerer, sich zu öffnen, wenn man lange Zeit die Erfahrung gemacht hat, dass niemand da ist, der einen versteht. Ich empfinde es jedoch tatsächlich als einfach, wenn ich spüre, dass Menschen auf der gleichen Wellenlänge liegen, wie ich. Egal wie oft ich davor angedockt und abgewiesen, mich nicht verstanden gefühlt habe. Wenn ich (endlich) Menschen begegne, die den Zugang zur Spiritualität ebenfals haben, gelingt es mir leicht mich zu öffnen.

      Ich wünsche dir sehr, dass du Menschen findest, unter denen du dich verstanden fühlst. Es gibt sie. Sie sind sogar in einer größeren Zahl unter uns als wir oft glauben. Manchmal bewegen wir uns einfach zu sehr in den “alten” Kreisen, was auch ein Aufruf zur Neuorientierung des Umfeldes sein kann.

      Alles Liebe
      Bettina

  17. Merjem Antworten

    Ob ich hier auf antworten komme? Ich war 10 jahren mit meinem seelenverwandten zusammen. Wir haben uns jeden tag geliebt, wir freuten uns jeden tag uns zu sehen und küssten umarmten uns wie am ersten tag. Schliefen jeden tag arm in arm ein. Lachten wie kleine kinder. Jeden tag sagte er mir wie wertvoll ich bin hübsch, gut, hilfsbereit, immer am stahlen er liebte meine augen wie sie ihm ansahen, meine Gestik, meine Mimik, jeden tag 10 jahre war ich einfach perfekt in seinen augen, passend! Wir sagten immer das wir ein puzzel sind das seelisch und körperlich einfach zusammmen passen. Nun traf und das Schicksal, er wurde in die türkei (anatolien)gebracht und verheiratet ohne seine zustimmung war es beschlossen. Er hat seine familienehre zu verteidigen unter dem Vorwand ” sonst passiert uns was” . Jeden tag vermissen wir uns, es sind seelische Qualen. Er bricht zusammen schreit und weint, hat jede Hoffnung verloren und sagt mir jeden tag ( telefon) wie sehr er mich liebt , unter tränen mit Verzweiflung – und ich, ich lebe nicht mehr, mein herz ist wie etwas fremdes, ich spühre mich nicht mehr, ich habe jeden sinn und jede hoffnunh verloren weil ich zum ersten mal nicht weiß was das Leben von mir will, für was diese qualen. Was hat noch einen sinn? Ich war glücklich! Alles hatte einen sinn.er sagt zu mir ” wenn du nicht bei mir bist, bin ich leer, du hast mir kraft gegeben, ich lebe wie ein stein”….es sind 4 monate vergangen und wir beide brechen in heulen aus wenn wir uns über den weg laufen.
    Es ist nicht zu begreifen was das leben von einen will. Wenn man den sinn findet und glückseligkeit verspürt schlägt das leben ein? Ich bin eine starke persönlichkeit gewesen, meine mutter wurde ermordet, mein vater weggerissen, ich wurde entführt und vergewaltigt und habe damals nie den sinn verloren, auch bevor ich ihn kannte war ich ein fröhlicher mensch der immer anderen helfen wollte und nicht schlechtes im menschen sehe. Ich war stark….und jetzt?…was will das verdammte leben von mir. Wie soll ich mich finden wenn alles verloren ist, meine reise findet keinen anfang mehr…ich steh trotzdem jeden Tag auf und helfe, verstehe, suche, suche die antwort? Da findet man seine seele in einem anderen und dann trennen uns andere? Für das kommt man an um dann wieder bei 0 anzufangen. Wie fange ich an? I

    • Bettina
      Bettina Autor des BeitragsAntworten

      Liebe Merjem,

      mir fehlen erst ein mal die Worte… Vielen Dank, dass du dich so vertrauensvoll geöffnet hast. Ich spüre deinen Schmerz durch deine Zeilen und kann nur im Ansatz erahnen, was du fühlst. Du bist eine bewundernswert starke Frau und ich kann dir nicht sagen, was das Leben dir dadurch mitteilen möchte, aber es möchte dir etwas mitteilen. Davon bin ich ebenfalls überzeugt und auch davon: Dass das Leben immer auf deiner Seite ist. Alles, was dir widerfährt, will dir nur dienen und helfen. In deinem Schmerz ist das sicherlich umso schwerer zu akzeptieren.

      Ich lese aus deinen Formulierung, dass du nur gemeinsam mit deinem Seelenverwandten eins warst. Dass er dich ganz gemacht hat. Vielleicht, ich weiß es nicht, möchte das Leben dich zu dir selbst führen und dir zu verstehen geben, dass du niemanden brauchst, der dich ganz macht, weil du – wie jeder von uns – bereits ganz bist. Vollkommen. Diese Vollkommenheit darfst du nun wiederfinden und erkennen, dass du alles hast, was du brauchst und alles bist, was du sein willst.

      Vielleicht hat hier jemand noch andere Impulse für dich oder einfach auch nur ein offenes Ohr.
      Ich wüncshe dir von Herzen alles Liebe und Gute.

      Bettina

  18. Ruth Antworten

    Liebe Bettina,

    ich AHNE, was Sie in Ihrem Aufsatz meinen. Mir war “Wohlfühlen” allerdings zu wenig griffig. Wie soll man sich in seiner Haut wohlfühlen, wenn man von anderen so sehr getrennt ist? Der Mensch ist nun mal auch auf Gemeinschaft ausgelegt. Aber vielleicht habe ich es ja auch nur nicht richtig verstanden.
    Und so las ich die Kommentare. Darin wurde mir dann viel klarer, was gemeint gewesen sein könnte. Vor allem die Passage, dass man sich von anderen selber abtrennt, war wichtig. Und da kam ich auf einen Punkt, der mir selbst dann viel zeigte und den ich hier gerne mitteilen würde.

    Ich selbst kenne dieses Gefühl natürlich sehr gut, dass mir andere fremd vorkommen und ich mich so “anders”, dadurch auch innerlich einsam und irgendwie verkehrt auf der Welt. Bis ich begriff, dass ich mich so fühle. Ich selbst! Das Empfinden, anders zu sein, wurde dann auch von Zeit zu Zeit übermächtig. Und so ging die Spirale immer nur abwärts. ICH hatte mich von ihnen gelöst.

    Dabei war doch nur eins: Ich hatte andere Lebensumstände und ich zog eine ruhigere Umgebung anderem schon immer vor. Lediglich ein anderes Wesen, eine andere Eigenart, nicht mehr. Genau wie in einem Kommentar stand, dass die Person eben nicht gerne redet. Nun gut, dann redet sie halt nicht gerne und Punkt. 😉 Und ich mag halt nichts Aufgesetztes oder allzu Lautes.
    DAS unterscheidet, so wie verschiedenartige Lebensumstände, aber nicht das Empfinden. Es würde sich jeder überlastet fühlen oder allein und einsam oder…. wenn er genau dasselbe hätte oder vorziehen würde.

    Was mir allerdings immer wieder auffiel war, dass die Andersartigkeit und das Fremde stets davon ausgeht, dass man selbst anders empfinden würde. Ein Denkfehler auch meinerseits. Schon der Satz, zu mir selbst gesagt, „ihr würdet genauso empfinden, wenn eure Mutter im Sterben liegt“ oder „wenn ihr alles alleine wuppen müsstet“, hob das Empfinden von „anders“ und fremd bei mir auf. Ich hatte nur andere Lebensumstände.
    Ich empfinde nicht tiefer oder bin sensibler, auch nicht empathischer, ich bin es mit der Zeit durch die Umstände der Jahre nur geworden. Früher war ich auch manchmal „getrampelt“ u.ä.m. Nur waren da eben die gesamten Lebensumstände auch „untereinander recht ähnlich“.

    Seither fühle ich mich wohler in meiner Haut. Ich bin nicht anders, ich habe nur….
    Ich vermute, dass diese Andersartigkeit lediglich von einem selbst ausgeht. Auch das Gefühl „keiner versteht mich“. Sie verstehen mich nur im MOMENT nicht. Und selbst, wenn ich erklären würde, könnten sie es nicht nachvollziehen. Ihnen mangelt es schlicht am eigenen Erfahren. Und wenn man DAVON ausgeht, zumindest erging es mir so, fühlt man sich wieder verbundener.

    Ich hatte so was wie Nachsicht „den Menschen gegenüber“ empfunden. Basierend darauf, dass ich eben so lebe und die anderen anders. Ich war dadurch aber auch mehr eins mit mir selbst geworden, es wurde wieder runder und „ganzer“ und ich war mehr bereit, am Außen teilzunehmen.
    Natürlich kommen auch mal Rückschläge, so einer hatte mich auch auf Ihre Seite geführt, wurde dann aber sofort wieder daran erinnert, dass es MEIN Gefühl ist, was mich von anderen trennt.
    Insofern – nicht die Konzentration auf sich selbst, sondern WEG von sich selbst auf das Ganze bringt die Heilung, so meine Ansicht. Oder war das gar gemeint gewesen und ich falsch verstanden gehabt?

    Mit herzlichsten Grüßen!

    • Bettina
      Bettina Autor des BeitragsAntworten

      Liebe Ruth,

      ganz lieben Dank für deine Gedanken zu diesem Beitrag. Vielleicht habe ich mich auch einfach nicht deutlich ausgedrückt. Sich wohlfühlen bedeutet für mich, wenn man in sich selbst angekommen ist. Das heißt, wenn man sich annimmt und dadurch wertschätzend mit sich umgeht. Man möchte nicht mehr anders sein, weil man sich so akzeptiert, wie man ist.

      Ich glaube auch, dass das Gefühl fremd zu sein zum Teil ein selbstgemachtes Problem ist. Denn die innere Einstellung wirkt sich natürlich auf unser Umfeld aus. Wenn ich schon denke, dass ich anders bin oder andere mich nicht verstehen werden, verursache ich bereits gedanklich eine Trennung und fühle mich fremd.

      Es gibt aber auch Trennungen, die nicht selbst gemacht sind. Zum Beispiel wenn man sich auf geistiger Ebene fremd fühlt. Man findet in seinem Umfeld keine Menschen, die ähnliche Sicht- und Denkweisen haben wie man selbst oder die ähnliche Themen interessieren. Der Wunsch nach Austausch und Verbundenheit wird nicht erfüllt und das verursacht auch ein Gefühl von fremd sein.

      Vielen Dank für deinen Impuls, sich mehr nach außen zu wenden. Das kann durchaus ein Weg sein.
      Liebe Grüße
      Bettina

  19. Ruth Antworten

    Liebe Bettina,

    dankeschön für deine Antwort auf meine Post zu diesem Thema. Nun komme ich mit dem Wohlfühlen mit.
    Die Trennung auf geistiger Ebene hatte ich öfter erlebt und mich da auch fremd und andersartig gefühlt, also gar nicht gut. Als ich es umdrehte und dachte, sie sind bzw. derjenige ist eben bloß anders (als ich) in vielerlei Hinsicht, war es verschwunden. Da lag Akzeptanz drin, dass der andere auch anders „sein darf“. Er muss mir nicht entsprechen, auf einer Ebene sein, damit ich mich wohl fühle. Gilt allerdings dann auch umgekehrt. 😉
    Deinen Satz „ich schaue mich im Raum um, wer zu mir passt“ finde ich super.

    Der Wunsch nach Austausch und Verbundenheit, wie du geschrieben hast, wird dadurch freilich nicht erfüllt und den Wunsch hat sicherlich jeder. Weil er bei mir so unerfüllt blieb und ich darunter gelitten habe (wie so viele hier), war ich geneigt, mich zu verändern. Ich fühlte mich „nicht richtig“, weil die anderen scheinbar alle jemanden gefunden hatten. Genau hingeschaut war es aber nicht das, womit ich für mich zufrieden gewesen wäre bzw. sein würde. Wie fremd sind sich manche, obwohl sie zusammenleben! Manche? Viele sogar. Da haben mir etliche ihr Leid darüber geklagt.
    Als ich dann bei mir und meinen „Ansprüchen“ blieb, die zu mir passen, weil das ich bin und mich ausmacht, habe ich zwar noch immer nicht (wieder) den einen Menschen gefunden, der weitgehend zu mir passt, aber einige, wo es ganz gut passt, in dem einen oder anderen Bereich.
    Die Sehnsucht nach wirklicher und damit tiefgreifenderen Verbundenheit wird sicher bleiben, zumal die vor vielen Jahren in meinem Leben sogar mal bestand und leider nur durch den Tod beendet wurde, ich also weiß, wie toll sich das anfühlt – aber ich glaube, die haben sogar viele… oder sie denken darüber nicht mal nach.
    Ich bleibe jedoch dann eben wenigstens mit mir selbst eins und verbunden, anstatt wie früher mich zu verlassen.

    Ganz herzliche Grüße!

    • Bettina
      Bettina Autor des BeitragsAntworten

      Liebe Ruth,

      diesem Drang, sich zu verändern, um dazuzugehören, unterlegen sich viele. Da ist der Wunsch nach Verbundenheit größer, als der Wunsch, sich selbst treu zu bleiben. Es ist auch verständlich. Aber glücklich macht es letzten Endes doch nicht. Wirklich zufrieden wird man nur, wenn man sich selbst treu bleibt, auch wenn das schmerzhaft ist. Mit sich selbst im Frieden zu sein ist das größte Geschenk, das man sich machen kann.

      Es ist nicht immer leicht, Menschen zu finden, deren Gegenwart inspirierend und bereichernd ist und ich wünsche dir sehr, dass du wieder jemandem begegnest, mit dem du dich so tief verbunden fühlst, wie du es schon erlebt hast.

      Alles Liebe
      Bettina

  20. Jenny Antworten

    Liebe Bettina, wow..den Text könnte ich geschrieben haben. Seit einem guten Jahr arbeite ich in einer neuen Firma. Ich verstehe mich eigentlich ganz gut mit meinen Kollegen, ABER mir fehlt genau diese Zugehörigkeit…diese Verbundenheit. Man redet nett, aber man wird nicht zu guten Freunden. Die Mittagspause verbringe ich lieber alleine draussen in der Natur, statt unter ihnen. Gesprächspausen sind mir unangenehm. Wenn sich andre gut unterhalten werde ich oft „neidig“. Ich ziehe mich immer mehr und mehr zurück. Hast du einen Tipp WIE ich nur mehr zu mir selbst und in mir selbst wohl fühle? Möchte mein Befinden nicht vom Aussen abhängig machen aber weiss nicht wie ich das anstellen soll. Freue mich auf deine Antwort. Lg

    • Bettina
      Bettina Autor des BeitragsAntworten

      Liebe Jenny,

      vielen Dank! Ich erkenne mich in dir auch gut wieder. Jemanden wie dich hätte ich in meinem damaligen Unternehmen gerne gehabt 🙂 Woran du arbeiten darfst ist dein Selbstwert. Diesen stärkst du, indem du dich selbst annimmst und deinen eigenen Wert erkennst. Dir ein Freud wirst und dich auch wie ein Freund behandelst: wertschätzend, liebevoll und respektvoll. Ob du das tust, kannst du herausfinden, indem du deine Gedanken über dich selbst aufschreibst. Welches Bild hast du von dir selbst? Dadurch können mögliche negative Glaubenssätze sichtbar werden, die du dir (unbewusst) immer wieder einredest. Da du dir ab heute ein Freund sein willst, erlaubst du dir nicht mehr, diese Glaubenssätze über dich zu sagen oder zu denken. Schiebe sie beiseite, wenn sie auftauchen oder überlege dir einen neuen Glaubenssatz, der besser zu dir passt.

      Viel Erfolg und liebe Grüße
      Bettina

  21. Helge Antworten

    Hallo…….
    mir fällt auf, das es genauso ist.
    Hinzu kommt das, wenn ich vor der Tür sitze ich aufspringe ins Haus gehe und von niemanden gesehen werden will.
    Ich weiss nicht was es ist……
    Ich hab eine so grosse Sehnsucht……nur kann ich nicht greifen wonach……..
    Ich wär so gern der normalste der Welt…..aber die anderen lassen mich nicht.
    So werd ich wohl allein bleiben, bis der Vorhang fällt.
    Habt einen schönen Jahreswechsel.
    Helge

    • Bettina
      Bettina Autor des BeitragsAntworten

      Hallo Helge,

      du hast es nicht einfach. Dennoch lohnt es sich, dir selbst treu zu bleiben und dein So-Sein in die Welt hienaus zu tragen. Du bist von Gott gewollt – und zwar genau so, wie du bist. Lass nicht zu, dass deine Enttäuschung und Angst dich dazu bringen, dich zurückzuziehen. Auch wenn ich das gut verstehen kann. Aber dann verschließt du dich vor der Welt. Du kannst andere nicht ausschließen, ohne dich einzugrenzen. Das heißt, dass du die Tür zu dir, zu deinem Herzen ebenfalls zu machst und dir die Chance auf einen echten Kontakt verwehrst.

      Höre nicht auf zu vertrauen, dass es Menschen gibt, die dich mögen, wie du bist. Höre nicht auf, völlig neu – innerlich frei – auf Menschen zuzugehen. Nicht jeder ist wie alle und es gibt Menschen, die dich so brauchen, wie du bist.

      Alles Liebe für das neue Jahr
      Bettina

  22. Theresa Antworten

    Hallo Bettina,
    deinen Artikel fand ich sehr interessant. Ich kenne inzwischen die Wurzeln, warum ich seit 30 Jahren immer wieder in die gleichen Situationen gerate, in denen ich mich nicht dazugehörig fühle, egal, ob das im Freundeskreis ist oder bei der Arbeit. Wie so oft, lag das begründet in meiner Vergangenheit – in einer Großfamilie aufgewachsen zu sein mit vielen Geschwistern, die nur Rivalität und Ausschließen kennt, kein echtes aufmerksames Zuhören und nicht das Gefühl der bedingungslosen Liebe – meine Kindheit war vor allem anstrengend. Und bis heute gerate ich in Situationen, in denen ich nie irgendwo dazu gehöre. Ich strenge mich inzwischen aber nicht mehr an, dazugehören zu müssen. Ich gebe mir selbst Raum für meine Bedürfnisse und warte nicht mehr darauf, dass etwas von den anderen kommt.
    Trotzdem würde mich interessieren, ob das geht, ob ich immer diese Außenseiterrolle haben werde, ob sich dieses Muster auflösen lässt oder ob die Selbstfürsorge der einzige Schlüssel ist. Das kommt leider in deinem Artikel nicht so ganz raus.

    Viele Grüße
    Theresa

    • Bettina
      Bettina Autor des BeitragsAntworten

      Liebe Theresa,
      vielen Dank für deinen Kommentar und die Frage. Du hast im Laufe der Zeit eine sehr gesunde innere Einstellung zu deinem Thema entwickelt. Du bleibst du selbst, bemühst dich nicht mehr um Anerkennung oder Bestätigung, sondern gibst dir selbst das, was du brauchst. Großartig! Du durftest in deiner Familie – und auch noch heute – ganz besonders lernen, bedingungslos zu lieben, weil du es nicht erfahren hast. Was für eine große Herausforderung!

      Ich weiß nicht, ob es so bleibt. Das ist oft auch eine innere Haltung, die uns getrennt von anderen sieht. Ich könnte mir vorstellen, dass du anderen eher mit Misstrauen und schon in dieser gedanklichen Trennung begegnest. Könnte das sein? Bedingt durch die Beziehung zu deinen Geschwistern und das Aufwachsen in der Großfamilie. Ich bin mir sicher, dass man aus jedem Muster aussteigen kann. Zum einen ist die Selbstfürsorge und Eigenverantwortung ganz wichtig, die du dir bereits schenkst. Aber es ist auch die innere Haltung, die wir anderen entgegenbringen. Prüfe für dich, mit welcher Haltung du anderen begegnest. Ich lade dich ein, die Liebe, nicht nur dir selbst, sondern auch den anderen zu geben. Mitgefühl zu entwickeln und mit offenem Herzen zu begegnen, anstatt mit Misstrauen und Trennungsgedanken. Verstehst du was ich meine? Das öffnet dir die Türen zur Verbundenheit. Versuche es einmal und erzähle mir gern von deiner Erfahrung.
      Liebe Grüße
      Bettina

  23. Timo Antworten

    Hallo Bettina,
    Vieles von dem, was du schreibst, erkenne ich in mir wieder.
    Seit ein paar Monaten studiere ich nun in einer Stadt ca 300 km von zuhause entfernt. Anfangs hatte ich dieses Gefühl nicht, aber nach den ersten längeren Ferien (die letzten Weihnachtsferien) bin ich sehr unzufrieden in meiner Unistadt. Ich bin im Gegensatz zu meinen Kommilitonen kein Mensch, der gerne oft feiern und saufen geht, nur gelegentlich und wenn dann nur mit Menschen die ich wirklich gerne mag. Ich bin eher verschlossen und öffne mich Menschen nicht sofort, würde mich aber trotzdem als sehr umgänglich bezeichnen. Ich habe einige Leute kennengelernt, mit denen ich mich gut verstehe, aber bisher nur eine Person, mit der ich außerhalb der Uni wirklich Kontakt habe. Leider habe ich in der Stadt keine Wohnung bekommen, wohne weiter außerhalb, womit ich an sich aber kein Problem habe. Die Wohnung ist groß – jedoch habe ich das Gefühl, mir fällt die Decke auf den Kopf wenn ich gerade einen schlechten Tag hatte. Es hört sich wahrscheinlich sehr wirr an und das ist es auch. Einerseits sehne ich mich nach einem sozialen Umfeld wie ich es in meiner Heimat habe, andererseits glaube ich nicht, dass die Menschen, mit denen ich in der Uni zutun habe, dazu geeignet sind. Ich engagiere mich seit kurzem ehrenamtlich, wo ich wirklich sehr nette Menschen kennengelernt habe, die ich aber nur selten sehe. Zusammenfassend ist meine Situation die: Das Studium selber finde ich super, nur stört mich, dass die Menschen in meiner Umgebung dort wohl nichts besseres mit ihrer Zeit anzufangen wissen, als entweder zu saufen oder übers Saufen zu reden. Ich habe ein Gefühl von Heimatverlust, wenn ich in meiner Unistadt bin. Jetzt sind Semesterferien und ich bin die meiste Zeit zuhause. Mir graut es schon davor, wenn das nächste Semester wieder anfängt. Ich scheine mich isoliert zu haben, aber ich sehe das eher als eine Reaktion darauf, dass soziale Kontakte da nur sehr oberflächlich möglich sind.
    Vielen Dank für deinen Beitrag, viele meiner Probleme, die ich mir wohl größtenteils auch viel schlimmer einrede als sie sind, beruhen sicher auch auf einem zu hohen Maß an fehlender Selbstsicherheit

    • Bettina
      Bettina Autor des BeitragsAntworten

      Lieber Timo,

      vielen Dank für deine offenen Worte. Ich kann dich wirklich sehr gut verstehen, denn mir würde es ähnlich wie dir gehen: Nicht am Party-machen interessiert und doch den Wunsch nach sozialen Kontakten gemeinsamer Zeit haben. Nach echten Beziehungen und tieferem Austausch. In Anbetracht deiner Studienzeit könnte vor dir eine sehr schwere und lange Zeit liegen, wenn sich an deiner Situation nichts ändert. Was könntest du denn tun, um die Situation zu schaffen, nach der du dich sehnst? Um mehr mit den Menschen zu tun zu haben, die du magst? Gibt es das Studium vllt in der Nähe deiner Heimat? Könntest du öfter nach Hause fahren/dich im Ehrenamt einbringen? Könntest du dich mit dem einen Menschen, mit dem du außerhalb der Uni Kontakt hast oder denen aus dem Ehrenamt öfter treffen? Könnte es vielleicht auch sein, dass manche der Studienkollegen doch auch die Chance hätten, deine Freunde zu werden, auch wenn du nicht mit ihnen feiern gehst? Manchmal setzen wir anderen Menschen eine Schablone auf und erlauben ihnen nicht, auch anders zu sein, als das erste Bild, das wir uns von ihnen machen. Lohnt es sich da vielleicht nochmal einen Versuch zu wagen und deine Angst vor Ablehnung zu überwinden, die dem Meiden dieser Menschen zu Grunde liegen könnte?

      Lieber Timo,
      ich bin mir sicher, dass es eine Lösung für dein Problem gibt, die jedoch Konsequenzen fordert. Spüre mal in dir nach, wie du dafür sorgen könntest, dass du ein Umfeld hast, in dem du dich wohlfühlst und das Studium trotzdem machen kannst. Welcher Preis müsste dafür gezahlt werden und wofür bist du bereit?

      Ich würde mich freuen, wenn du mir erzählst, wie es dir ergangen ist.
      Ich wünsche dir alles Liebe und Gute.
      Bettina

      • Timo Antworten

        Liebe Bettina,
        Vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Ja, du hast natürlich Recht, wir setzen Menschen oft Schablonen auf. Bezüglich der Freunde, von denen ich sagte, dass man mit ihnen nur feiern und saufen könne: Tatsächlich war ich mit ihnen letztens zusammen Bowlen und wir hatten einen super Abend. Ich habe nicht das Gefühl, dass sie versuchen mich zu etwas zu drängen, aber man “hängt” natürlich nicht so mit drin in der Gruppe, was an sich kein Problem für mich ist. Ich kann dir selber gar nicht ganz genau sagen, was mein Problem ist. Ob es die Wohnsituation ist, dass ich nicht in der Stadt wohne, sondern nur außerhalb (ich glaube nicht, in der Wohnung fühle ich mich eigentlich wohl) oder der Rechtfertigungsdruck, den ich oft verspüre (Warum wohnst du denn so weit außerhalb? Warum kommst du nicht mit feiern? Warum fährst du am Wochenende nach Hause?). Ich bin ein sehr unsicherer Mensch, auch wenn man es mir vielleicht nicht direkt anmerkt. Die eine Person, mit der ich außerhalb der Uni mehr zutun habe, ist wirklich jemand, mit der ich mich öfter treffen könnte, wobei ich “befürchte” dass sie mehr als nur Freundschaft will, was ich bei ihr nicht will.
        Anderen, die in einer ähnlichen Situation sind wie ich, würde ich auf jeden Fall genau wie du das Ehrenamt empfehlen: Ich habe eine Gruppe gefunden, die total super ist. Bei dem Ehrenamt, für das man sich entscheidet, sind meist Menschen, die ähnlich ticken wie man selbst. Ich hatte bisher noch nicht mehr mit ihnen zutun, aber das wird denke ich kein Problem werden.
        Während ich so schreibe, wird mir zumindest klarer, dass die Situation eigentlich gar nicht so schlimm ist. Klar, ich habe einfach noch nicht so tolle (im Sinne von zu mir passenden) Menschen in der Uni gefunden, aber die habe ich ja jedenfalls in meiner Heimat und Familie. Es ist wohl meine Krankheit in Form einer Sozialphobie, durch die ich teilweise extreme Panik vor Treffen mit anderen Menschen habe und insb. vor Partys. Zudem habe ich am Studienort das Gefühl, meine Heimat hinter mir zu lassen, zuhause etwas zu verpassen.
        Danke für die Möglichkeit, meine Gedanken hier niederzuschreiben. Dies hilft schon sehr viel. Ich denke ich muss lernen, mein Leben selbstbewusst so zu leben, wie ich es möchte und das Leben sowohl am Studienort als auch zuhause zu genießen.

        • Bettina
          Bettina Autor des BeitragsAntworten

          Lieber Timo,

          wie schön, so eine positive Nachricht von dir zu bekommen. Das freut mich sehr, dass du mit den Leuten von der Uni beim Bowlen warst und einen super Abend hattest und sie dich akzeptieren, wie du bist. Wow! Ich weiß, was du meinst mit dem “nicht ganz so drin hängen”, aber ich glaube, du wirst dennoch eine gute Beziehung zu ihnen aufbauen können. Wenn ihr zusammen seid und eine schöne gemeinsame Zeit habt, vllt auch für paar persönliche Gespräche, dann kann daraus dennoch eine gute Freundschaft entstehen, auch wenn ihr euch nicht ständig seht und beisammen seid.

          Könntest du dir vorstellen, der Person, von der du glaubst, dass sie mehr will, zu sagen, dass du kein Interesse an einer Beziehung hast und wenn das für sie ok ist, du gerne mit ihr befreundet wärst, weil dir die Freundschaft viel bedeutet? Vielleicht möchte sie gar keine Beziehung oder ist dankbar, dich einfach als Freund gewinnen zu können? Und du hättest weiter mehr Kontakt zu jemandem, der dir guttut. Wenn nicht, hättest du und sie wenigstens Klarheit über euch.

          Ich habe beim Lesen deiner Antwort auch das Gefühl, dass dein Problem gar nicht mehr so schlimm ist, wie in deinem ersten Kommentar – wie du selbst festgestellt hast. Das ist eine wundervolle Erkenntnis, die dir Kraft gibt, diesen Weg weiter zu gehen. Aber setze dich nicht unter Druck. Erlaube dir Zeit und sei geduldig mit dir. Du hast schon einen sehr großen Schritt getan, indem du dich mit ein paar Leuten aus der Uni getroffen hast, zum Bowlen gegangen bist und dich wohlgefühlt hast. Das ist ein wertvolles Erfolgserlebniss. Du brauchst nicht öfter auf Partys gehen, wenn es dir nicht behagt oder kannst lernen, dir in kleinen Schritten immer mehr zuzutrauen und zu wagen. Meiner Meinung nach bist du auf einem sehr guten Weg, sofern ich das aus dieser Perspektive beurteilen kann.

          Bezüglich deiner Heimat verstehe ich das. Was könnte dir denn helfen, näher am Geschehen dran zu bleiben und nicht das Gefühl zu haben, etwas zu verpassen? Ich bin mir sicher, dass du eine Antwort darauf finden wirst und lernen wirst, in Balance zu kommen. Es ist ein Prozess und er dauert ein wenig, aber so ist es im Leben. Die stete Konstante ist der Wandel, an den wir uns immer wieder anpassen dürfen 😉

          Ich wünsche dir alles Liebe
          Bettina

  24. die Fragende Antworten

    Liebe Bettina,

    ich habe mich absolut wiedergefunden in deinem Text, danke!
    Meine Situation ist die:
    Ich genieße schon immer die Ruhe des Landlebens, weil ich hochsensibel bin und Ruhe brauche und Natur genieße und zugleich habe ich das Gefühl, ich bin unter Aliens, wenn ich in einen Sportverein im Dorf gehe.
    Auch als Jugendliche war das schon so, ich bin immer zum Tanzen in die Stadt gefahren, ich fand die Mentalität immer weltoffener und alles war schicker.
    Nun ist der Sportverein direkt vor der Tür, günstig und ich denke, vielleicht werde ich doch noch warm mit ihnen. Oder ist das eine Illusion? Ich habe das Gefühl, nur ganz schwer als Zugezogene da reinzukommen, obwohl mir der Sport sehr viel Spaß macht… Ich habe das Gefühl, obwohl ich offen bin und bemüht bin, zeigen sie mir die kalte Schulter. Letztes Mal hat eine mich bewusst ignoriert, alle gegrüßt, nur mich nicht, mir tut sowas extrem weh…

    • Bettina
      Bettina Autor des BeitragsAntworten

      Liebe Fragende,

      danke dir für deinen Kommentar. Ich kann gut verstehen, dass du Ruhe und Natur brauchst. Auch für mich sind diese zwei Aspekte sehr wichtig, um im Einklang mit mir zu bleiben. Das versteht nur leider nicht jeder. Was mir direkt auffällt ist deine Bezeichnung für die Vereinsmitglieder. “Aliens” klingt für mich doch sehr abwertend und negativ. Ein solches inneres Bild erzeugt schon eine Trennung, die du im Außen auch spüren wirst – und die du selbst mit hervorrufst. Die innere Haltung ist sehr bedeutsam, wie sich ein Zusammentreffen mit Menschen entwickelt. Vielleicht möchtest du das Bild, das du von ihnen hast, etwas positiver gestalten?

      Was auch immer der Grund für die kalte Schulter war – nimm es nicht persönlich. Wenn du für dich freundlich und offen bist, dann kannst du dir zumindest nichts vorwerfen. Keine Schuldgefühle oder ein schlechtes Gewissen. Du zeigst dich in deiner besten Version und würdest immer wieder so reagieren. Das schafft inneren Frieden. Ich weiß, dass es nicht immer einfach ist, sich als Neue wo einzufinden und anzuschließen, dennoch versuche weiterhin, offen zu bleiben und gut von den anderen zu denken, damit du dich nicht selbst in die Trennung stellst. Schicke eine Portion Liebe in die Herzen deiner Mannschaft, bevor du auf sie triffst und wisse darum, dass der Same gelegt ist.

      Um in ein neues Team integriert zu werden, kann es auch hilfreich sein, Wertschätzung und Bewunderung für die, die schon da sind, auszusprechen. (Es sollte natürlich schon echt sein). Vielleicht ist die, die dir die kalte Schulter gezeigt hat, wirklich gut in dem, was sie macht? Vielleicht hättest du Lust, ihr mal ein Kompliment für ihre Leistung zu machen oder dich einfach mal für sie zu interessieren – sie zb fragen, wie lang sie schon dabei ist? Oder, falls sich der Zustand nicht ändert, sie einfach mal darauf anzusprechen? Ich würde aber erst andere Wege versuchen – weiterhin freundlich bleiben und vielleicht mit denen Kontakt aufnehmen, die offener zu dir sind. Und dann wirst du sehen, was die Zeit bringt.

      Alles Liebe
      Bettina

  25. Melanie Antworten

    Hallo Bettina, schade, dein Artikel hat so toll angefangen aber dann ging er in eine unerwartete andere Richtung.
    Ich selbst habe auch das Gefühl nicht in die Gesellschaft zu passen, aber nicht wegen mangelndem Selbstwertgefühl. Eigentlich fast wegen dem Gegenteil. Ich denke jeder Mensch sollte das Beste aus seinem Leben machen und auch etwas Gutes für die Gesellschaft tun. Leider sind 90% der Menschen ständig am jammern ohne etwas zu ändern. Es wird gelästert hinter dem Rücken anderer und vorne rum ein auf best friend gemacht. Das sind die Regeln unserer heutigen Gesellschaft, denen ich mich nicht anpassen will, da ich dies für heuchlerisch halte. Meine Denkmuster finde ich toll und es macht auch Spass das Leben zu geniessen und sich weiterzuentwickeln, aber warum nicht alle das wollen, verstehe ich nicht. Genau das ist mein Problem.
    Hoffe du siehst das nicht als Kritik, ich finde deinen Gedankengang wie gesagt am Anfang super, vielleicht können wir uns gegenseitig etwas beeinflussen;)
    Hab noch einen schönen Tag

    Melanie

    • Bettina
      Bettina Autor des BeitragsAntworten

      Liebe Melanie,

      vielen Dank für deine Gedanken. Ich verstehe gut, was du meinst. Nicht in die Welt zu passen, weil das Mindset der Mitmenschen ein anderes ist als das eigene, kann auch dafür sorgen, dass man sich fremd fühlt. Ich sehe deine Aussage nicht als Kritik an. Im Gegenteil. Du regst mich mit deinen Gedanken dazu an, nochmal einen Beitrag zu diesem Thema zu schreiben und es aus einer anderen Sicht zu beleuchten. Vielen Dank dafür 🙂

      Ich verstehe dich und doch hat jeder Mensch das Recht, sein Leben so zu führen, wie er es möchte. Manche Menschen interessieren sich nicht für persönliches Wachstum und auch das ist okay. Diese Menschen werden dann jedoch wahrscheinlich nicht das Umfeld sein, in dem wir – du, wie ich – uns gerne aufhalten möchten. Daher sind wir selbst gefordert, das Umfeld zu finden, indem wir wachsen und aufblühen können und das in der Welt zu sehen, was wir gerne haben möchten. Das bedeutet zum einen, selbst Inspiration zu sein, indem wir authentisch leben, als auch aktiv Menschen zu finden und uns mit ihnen zusammenzutun, die eine ähnliche Denk- und Lebensweise haben wie man selbst. Und genau das tust du bereits, wie ich verstanden habe 🙂

      Schön, dass du hergefunden hast und deine Gedanken dazu geäußert hast. Vielen Dank nochmal 🙂
      Ich wünsche dir erholsame Feiertage.
      Ganz liebe Grüße
      Bettina

  26. Anna Antworten

    Ich bin in einer ähnlichen Situation und kenne die beschriebenen Zustände sehr gut. Momentan bin ich dabei sie zu heilen und es gelingt auch. Ich benutze dafür homöopathische Mittel, also bestimmte komplexmittel (psychosomatische energetic) und kann sie nur jedem empfehlen(,der nicht allzuheftige Depressionen hat). Innerhalb von 2 Jahren bin ich sehr viel weiter gekommen und ich fühle mich oft schon wohler mit Menschen, sie reagieren auch ganz anders. Ich bin nicht mehr zum Außenseiter verdammt, wie ich es geglaubt hab. Meine ganze Weltsicht verändert sich irgendwie-zum positiven natürlich. Ich möchte dazu ermutigen, z. B. die psychische Therapie mit besonders dieser Homöopathie zuverbinden. sie ergänzen sich nämlich super. Allein sind die manchmal heftigen “Verarbeitungsschübe” mit verstärkter Symptomatik schwer zu ertragen und Psychotherapie für sich dauert einfach zu lange. Da ich eine Borreliose habe, kann ich sagen, dass auch körperliche Beschwerden weniger werden.
    Liebe Grüße, Anna, W20

    • Bettina
      Bettina Autor des BeitragsAntworten

      Liebe Anna,
      vielen Dank für deine Gedanken zu dem Thema und deine Erfahrungen mit der Homöopathie. Es freut mich, dass du hier deine Geschichte erzählst und anderen dadurch zeigst, welcher Weg funktionieren kann.
      Alles Liebe und Gute für dich.
      Bettina

  27. Sterni Antworten

    Liebe Bettina,
    ich bin 34 Jahre und es ist schon Wahnsinn, dass ich so lange nicht daufgekommen bin, was das Problem an der Sache ist. In größeren Gruppen fühle ich mich sehr unwohl. Ich mochte es nie in einem Verein zu sein oder meide es auch heute noch auf Hochzeiten zu gehen oder Geburtstagsfeiern, denn wenn größere Menschenansammlungen sind, das halte ich fast gar nicht aus. Und immer frage ich mich wieso das so ist. Immer suche ich eine Ausrede aber nicht bewusst, sondern ich suche immer nach einem Grund warum ich nicht hingehe. Und mir ist aufgefallen, dass ich die Schuld immer bei den andern suche. Ich habe mittlerweile beim Überlegen festgestellt, dass ich mit jedem in meinem Umkreis, seis Familie oder Freunde ein Problem hatte, aus dem Grund weil ich dachte die Person kann mich nicht leiden. Und mein Freund, der arme sagt immer er versteht nicht was mit mir los ist und dass ich mir alle einrede, er hat auch schon gesagt, ich soll die Person direkt fragen ob es ein Problem gibt, aber wenn er das sagt, denke ich wieder nach und frage mich, ob diese Person wirklich was dafür kann. Ich glaube es liegt an mir, aber ich weiß nicht wie ich das in Griff bekomme!

    • Bettina
      Bettina Autor des BeitragsAntworten

      Liebe Sterni,
      vielen Dank für deine Offenheit. Was mir direkt positiv auffällt ist, dass du beginnst, das Problem in dir zu suchen und zu erkennen. Denn die innere Wahrnehmung ist ausschlaggebend für das, was wir im Äußeren wahrnehmen. Wie Mooji so schön sagt: Die Welt ist nicht so, wie sie ist, sondern so, wie du bist. Ein mangelndes Selbstwertgefühl kann eine Rolle dabei spielen, dass du dich unter Menschen unwohl fühlst – Das Gefühl, nicht gut genug zu sein. Nicht akzeptiert zu werden. Die Angst vor Ablehnung. Und in dem du dich zurückziehst oder Gruppen meidest, schützt du dich vor diesen möglichen unangenehmen Gefühlen. Wie du das in den Griff bekommst, kann ich dir spontan nicht sagen. Das bedarf einem intensiveren Austausch. Vielleicht bist du bereit, dein Thema mal in einem Coaching zu bearbeiten. Ich bin gerne für dich da, wenn du möchtest.
      Alles Liebe
      Bettina

  28. Ines Antworten

    Hallo Bettina,

    auf der Suche nach einer Lösung für mein Problem bin ich auf Deinen Artikel gestoßen. Ja, mich selbst annehmen, dass kann ich noch üben. Teilweise schaffe ich es für kurze Zeit, aber dann denke ich wieder: “Wenn du “normal” wärst, dann hättest du doch nicht solche Probleme mit anderen Menschen zu kommunizieren oder in Kontakt zu treten.” Ich habe das Gefühl ich bin komisch, weil ich so etwas Grundlegendes nicht hinbekomme.
    Seitdem ich studiere fühle ich mich sehr einsam, aber ich schaffe es nicht wirklich Anschluss zu finden und mich zu integrieren, ja schon Gespräche fallen mir schwer. (Schon früher hatte ich zum Teil Probleme “normal” sozial klarzukommen, aber ich hatte einige gute Freunde. ) In letzter Zeit ist das Einsamkeitsgefühl sogar schlimmer geworden. Ich fühle mich so fremd und denke ich passe zu niemandem/ die anderen sind ganz anders als ich (und haben alle ihre feste Gruppe, zu der sie gehören).
    Das alles fühlt sich sehr existenziell an und ich fühle mich verzweifelt und hoffnungslos, ob sich das jemals ändern wird. Ich möchte doch nur ein paar Freunde und unbeschwert mit Menschen in Kontakt sein, mich zugehörig fühlen.

    Viele Grüße
    Ines

  29. Ben Antworten

    Hallo Bettina,

    beim Suchen nach Ideen, wie man andere Leute mit gleicher Einstellung/gleichen Interessen findet, bin ich auf deinen Beitrag gestoßen.
    Ich finde solche Ratschlägem wie du sie vermittelst zwar nicht ganz verkehrt, allerdings (zumindest für mich, aber bestimmt auch viele andere) auch nicht wirklich zielführend.
    Der Punkt “sich selbst anzunehmen” ist natürlich wichtig. Aber z,B. in meinem Fall habe ich (bald 25) obwohl ich nie gedacht habe mich, für ein Miteinander mit anderen ändern zu müssen, nie wirklich Freunde gehabt.
    Ich habe kein Problem mit anderen grundsätzlich ins Gespräch zu kommen, aber meine Lebenseinstellung/Interessen werden so einfach von keinem, den ich bis jetzt kennenlernen durfte auch nur zu 50% geteilt.
    Da hilft dein Ansatz eben auch nur für manche und dann bis zu einem gewissen Punkt.

    Nichtsdestotrotz, liebe Grüße
    Ben

  30. Nicole27 Antworten

    Ich glaube uns machen einfach die Menschen fertig, die nicht so sensibel sind und gar nicht so viel spüren wie wir. ich fühle mich nicht falsch, nur ist es so anstregend von so vielen menschen umgeben zu sein, die gar nicht so viel spüren und denken.. 😂 wisst ihr, was ich meine? und dass man die ganze zeit funktionieren muss in dieser gesellschaft und so viele normen usw.. so ist es leider, einfach zu viele menschen auf diesem planeten.

    Es ist segen und fluch zu gleich. man muss die augen offen halten, es gibt auch andere, die so fühlen wie wir und mit denen können wir uns dann auch richtig unterhalten und fühlen uns wohl 🙂

    liebe grüsse

  31. Nicole Antworten

    Hallo Bettina,
    Deine Seite gefällt mir. Auch ich passe nicht in diese Welt! Habe noch nie rein gepasst. Mein Vater musste mich auch immer klein machen, damit er sich groß fühlen konnte und zu meiner Mutter habe ich ein “oberflächliches” Verhältnis. Meine Ma meinte mal zu mir, sie wusste schon immer, dass was mit mir nicht stimmt und hat mir zum Vorwurf gemacht, dass ich mich früh distanziert habe. Meine Großeltern mochten mich nicht (wurde mir so gesagt und Oma sagte, sie hat Hemmungen wenn ich da bin). Ich war immer still und angepasst. Habe nie aufgemuckt, mir alles gefallen lassen. Jeder ist so mit mir rumgesprungen, wie es ihm gefiel. In der Schule kam Mobbing dazu, später dann Depressionen. Seit 4 Jahren weiß ich, dass ich hochsensibel bin. Beruflich bin ich nie klar gekommen 2 Ausbildungen abgebrochen, bei der abgeschlossenen Dauerstress). Ich hatte/habe ich immer wieder Probleme mit Kollegen, Chefs wegen Leistung etc. oder man kommt mit mir oder ich mit ihnen nicht klar. Etwas was ich nicht versteh: Warum muss bei Kritik oder wenn etwas anders gemacht werden soll, immer geschrien werden? Warum kann man mir das nicht vernünftig sagen!! Das passiert mir immer wieder. Vorletzte Woche habe ich einen Probetag gemacht und wieder passierte es! Auch diese Mitarbeiterin wollte Sachen anders gemacht haben und schrie. Ich habe nix gesagt, war innerlich fix und fertig und für mich stand fest, ich krieg die Stelle nicht. Mir geht es nicht um die Kritik sondern um den Ton! Hast Du eine Ahnung, warum das so ist? Ich gebe zu, ich bin auch sehr empflindlich, was das betrifft.
    Die Stelle habe ich nicht bekommen, angeblich weil ich mich habe zu ihr durchstellen lassen habe und der Kollegin nicht sagte, worum es geht. Und sie hätte sich auch schon gedacht, dass ich Druck mache. Sie sagte dann, sie hätten ein familiäres Verhältnis und einen freundlichen Umgang miteinander! Und da passierte es: Ich habe rot gesehen und die Frau angeschrien und sie gefragt, ob ich dazu was sagen dürfte. Sie schrie “nee, ne” und ich hörte ein Rascheln und dachte sie legt auf. Das habe ich auch getan. Ich bin erschrocken über mich selbst und bin verzweifelt, weil ich die Chance verpasst habe. Aber ich war so sauer, dass sie mich beim Probetag anschrie, aber am Telefon sagte, sie haben einen freundlichen Umgang miteinander! Das ist für mich keine Logik!
    Und ich schäme mich für mein Verhalten, sowohl für das Anschreien und hasse mich dafür, dass ich zu ungeduldig war und angerufen habe.
    Diese Frau war mir im Vorstellungsgespräch sympathisch, aber ich habe gemerkt, dass sie etwas an sich hat, womit ich nicht klar komme.
    Sorry, dass es so lang wurde. Ich würde mich freuen, wenn du was dazu schreibst.
    Liebe Grüße, Nicole

    • Bettina
      Bettina Autor des BeitragsAntworten

      Liebe Nicole,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Ich muss gestehen, ich kenne das nicht, dass gleich geschrien wird, wenn jemand etwas nicht so macht, wie es gewünscht oder “richtig” ist. Ich kenne ein unfreundlichen Tonfall, was für mich aber nichts mit Schreien zu tun hat. Wenn jemand ausfallend ist oder dazu neigt, im Tonfall aggressiv zu werden, kann es an der Ungeduld dieser Person liegen oder an ihrer Angst, die Kontrolle zu verlieren, weil etwas nicht so gemacht wird, wie sie es möchte. Da du andere Menschen nicht ändern kannst, ist es hilfreich, wenn du lernst, Dinge nicht so persönlich zu nehmen. Das kann durch Mitgefühl gelingen. Vielleicht hat jemand einen schlechten Tag. Vielleicht geht es der Person nicht gut. Vielleicht hat sie private Sorgen. Jeder Mensch, der aggressiv reagiert, handelt aus der Angst heraus. Und Angst kann nur mit Liebe besiegt werden. Was nicht heißt, dass es zu entschuldigen ist, wenn jemand respektlos zu dir ist. Doch ein neuer Blickwinkel hilft manchmal dabei, Dinge nicht so persönlich zu nehmen und sich verletzt zu fühlen.
      Liebe Grüße
      Bettina

  32. Nicole Antworten

    Liebe Bettina,
    Danke für deine Antwort. Ich hab halt “Pech”, immer wieder an solche Arbeitgeber zu gelangen. Eine Freundin, der ich die Geschichte mit dem Probearbeiten erzählte meinte, dass das einzig gute ist, dass ich mal aus mir rausgekommen bin. Ja, das seh ich auch so. Aber es hätte nicht gleich so heftig werden dürfen und micht in der Situation…..Damit hab ich mir alles verbaut. Aber ich komme nicht damit klar, dass ich so reagiert habe und mich beschäftigt es immer noch, dass ich die Stelle nicht bekommen habe. Ich weiß, ich kann negative Erlebnisse nur schlecht loslassen. Das war “die Chance” auf Arbeit und ich bin traurig, dass es nicht geklappt hat. Ich habe körperliche Beeinträchtigungen und wenn die Arbeitgeber davon wissen, nehmen sie halt schnell Abstand. Somit ist es eh nicht leicht, was zu finden. Diese Mitarbeiterin, wo ich das Probearbeiten machte, hat locker darauf reagiert.
    Ich muss noch viel an die vertane Chance denken, was mich ärgert, denn es ist nur vertane Zeit und Energieverschwendung. Ich weiß inzwischen, dass ich bei der Fa. mich vor etlichen Jahren schon mal beworben habe und die Dame auch so rum geschrien hat, ich es damals schon unmöglich fand, Warum ich die Stelle damals nicht bekam, weiß ich nicht mehr.
    Aber ich habe immer noch eine tiefsitzende Traurigkeit in mir. Es ist halt nicht so einfach, etwas zu finden, zumal diese Stelle bei mir in der Nähe war. Ich weiß, dass ich unbedingt lernen muss, loszulassen. Das ist einer meiner größten Schwächen an denen ich arbeiten muss.
    Bei einer Freundin von mir ist es so, dass die Kollegen schreien, wenn sie Stress haben oder etwas nicht so läuft, wie es ihnen passt. Meine Freundin kriegt die Ladung dann immer ab, oder aber die Kunden! Sie sagte mir, dass sie inzwischen lernt, damit umzugehen.
    Übrigens gab es auch vereinzelte Arbeitgeber, die ok waren. Aber das Negative zieh ich an, leider.
    Liebe Grüße
    Nicole

  33. Vera Antworten

    Hallo an Alle,

    Meine wahrnehmung von leben, den dingen, von menschen, von.mir selbst.
    Leben für mich heißt : fühlen / auf das gefühlte “”reagieren”” / durch das gefühlte “”handeln””, “”entscheiden””. Wir treffen tausende von entscheidungen, aber max (ich sag mal ) 5 davon verändern wirklich etwas im leben. Ich hatte immer glück in.meinem leben, musste nur die spitze der spitze des eisberges erleben, erfühlen. Ich durfte angst erleben, hunger, das gefühl der sinne. Kann riechen, schmecken, mich sehen, hören, tanzen, meckern, nörgeln, kauen usw. Mir begegneten worte (internet, zeitungen, unbekannte menschen im bus die jemanden was.erzählten). Für mich war spannend zu erkennen und dadurch en hauch zu verstehn : wir alle kommen hilflos auf die welt. Hilflos bedeutet handlungsunfähig. Da handlungsunfähig sein schwer zu ertragen ist, fühlt man sich lieber schuldig, unattraktiv, oder kauft sich etwas. Auch begegneten mir die worte : alles will gesehen werden (gewalt, kindesmissbrauch, vergewaltigung, lachen, in der badewanne sitzen, mit jemanden zeit verbringen – mal minuten, mal wochen, mal einleben lang). Oft denke ich wir Alle haben die kraft, das päckchen in uns schmerz, leid, traurigkeit zu fühlen, aber kaum die kraft, ein päckchen um zu erkennen, verstehn, sehen und andere entscheidungen zu treffen.
    Ich denke wir alle leben zwei leben. Das eine: die erfahrungen die wir machten durch.kindheit, das leben unserer eltern das wir irgendwie weiterleben, durch gesellschaft, durch kultur, durch ein einziges erlebnis was alles in die eine oder andere richtung katapultierte.

    Was für eine fülle von erfahrungen hier stehen. An jede einzelne person eine kleine verbeugung von.mir für ihr erlebtes.

    Danke fürs lesen.

    Vera

  34. Solveig Antworten

    Ich schließe mich der Meinung von Ben an: Selbstannahme ist sicherlich ein erster sinnvoller Schritt. Und dann? Literatur zur positiven Psychologie gibt es genügend und auf diesen Zug springen immer noch genügend Blogger auf, da es auch immer noch genügend Leser gibt, die sich an diesem Punkt triggern lassen – eben weil das Ding noch lange nicht zu Ende gedacht ist.

    Aus meiner Lebenserfahrung heraus möchte ich hier der Selbsterkenntnis und Selbstannahme als Rat das Stichwort “Umfeldhygiene” nennen: Einen Konsens mit Menschen zu finden, die nicht zu mir passen gelingt mir doch am besten, wenn ich auf der anderen Seite einen Rückhalt an Menschen habe, die zu mir passen. Und hier beißt sich der Hund in den Schwanz, denn es ist gar nicht so leicht, kompatible Menschen zu finden, wenn ich nicht gerade in einem Künstlerdorf oder einer anderen alternativen Gemeinschaft wohne.

    Der Mainstream ist nun mal die Fraktion mit der überwältigenden Mehrheit an Sitzen in unserer Zeit und die Entwicklung von Alternativen ist nun mal – zumindest meiner Ansicht nach – nicht in einem beliebigen Blogartikel zu realisieren.

    Ich fände es schön, wenn eine Vernetzung stattfinden könnte zwischen all den Leuten, die hier kommentiert haben. Wenn dieser und andere Blogs solche Menschen zusammenführen könnte.
    Das wäre möglicherweise ein innovativer Schritt…

    • Bettina
      Bettina Autor des BeitragsAntworten

      Liebe Solveig,
      vielen Dank für deine Gedanken. Eine schöne Idee mit der Zusammenführung, die ich bereits versucht habe umzusetzen. Ich habe die Facebook-Gruppe “Verbundensein” ins Leben gerufen, mit der ich eine Möglichkeit schaffen wollte, um Gleichgesinnte ausfindig machen, sich vernetzen und treffen zu können.Vielleicht ist das was für dich 🙂 Ich werde die Gruppe auch im Beitrag verlinken.
      Liebe Grüße
      Bettina

  35. Solveig Antworten

    Das ist ja klasse! Große Anerkennung von mir für Deinen Beitrag und die praktische Hilfe. Und diese Info gleich oben in Deinem Blog hätte selbigen meiner Meinung nach von Anfang an noch kraftvoller und hilfreicher gemacht.

    • Bettina
      Bettina Autor des BeitragsAntworten

      Ich danke dir Solveig. Ohne dich bin ich bisher gar nicht auf die Idee gekommen, die Gruppe hier zu verlinken. Das Offensichtliche liegt manchmal so nah, dass man es übersieht, zum Glück, hast du die Augen offengehalten. 😉

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