Innere Unruhe – Woher sie kommen und wie du sie auflösen kannst

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Wünschst du dir manchmal, dein Tag hätte mehr als 24 Stunden? Fühlst du dich häufig getrieben und fremdbestimmt? Hast du immer mehr das Gefühl, in deinem Alltag unterzugehen? Sehnst du dich (vergeblich) nach Ruhe und Gelassenheit?

Was die häufigste Ursache von innerer Unruhe ist und wie du nachhaltig zur Ruhe finden kannst, erfährst du in diesem Beitrag.

Das Problem der fehlenden Zeit

Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, in der uns oft vorgelebt und eingeredet wird, dass wir erst gut und wertvoll sind, wenn wir genug leisten oder etwas Bestimmtes erreicht haben. Vor allem im Arbeitsalltag wird das deutlich. Die innere Einstellung überträgt sich aber auch auf den privaten Alltag. Die Termine häufen sich. Die Anforderungen wachsen. Die Verpflichtungen nehmen zu. Die To-Do-Liste wird länger und länger. Und die Zeit rinnt uns davon.

Wir haben keine Zeit mehr. Wir funktionieren (und das oft sehr gut), aber leben kaum noch. Für uns selbst ist wenig Platz. Freude weicht dem Frust und Stress. Die Angst, den Herausforderungen nicht gewachsen zu sein, steigt. Wir warten zwischen Hoffnung und Verzweiflung auf bessere Zeiten. Auf Zeiten, in denen es ruhiger wird. Auf das Wochenende, den Urlaub, die Rente.

Kennst du das?

Wenn wir nicht aktiv aus dem fremdbestimmten Leben aussteigen, werden die ruhigeren Zeiten, nach denen wir uns sehnen, immer Sehnsüchte bleiben. Wie oft hast du etwas verschoben und es kam just zu diesem Zeitpunkt doch wieder etwas anderes dazwischen? Wie viel von dem, was du dir schon vorgenommen und auf andere Zeiten verlegt hast, hast du tatsächlich getan? Wie viele Dinge, die du tun wolltest, warten immer noch darauf, dass ihre Stunde kommt?

Fehlende Zeit führt zu fehlender Selbstachtung

Ein Folgeproblem der fehlenden Zeit und dem steigenden Druck ist, dass wir uns und unsere Bedürfnisse nicht mehr wichtig nehmen. Es ist wichtiger zu leisten, als gesund zu sein. Wichtiger zu funktionieren, als glücklich zu sein. Wichtiger einem Schönheitsideal zu entsprechen als uns wohl zu fühlen.

Selbst wenn wir krank sind (und unser Körper uns ein deutliches Zeichen dafür gibt, dass wir nicht mehr in unserer Mitte sind), besorgen wir uns Medikamente, um schnell wieder fit zu werden. Schließlich haben wir auch keine Zeit, krank zu sein. Wir möchten weiter funktionieren und leisten. Statt fünf Tage Ruhe erlauben wir uns maximal zwei Tage.

Und selbst in dieser Zeit, die wir uns zwangsweise einräumen, erlauben wir uns häufig nicht, uns zu erholen. Wir tun Dinge, obwohl wir müde und erschöpft sind. Wir denken mit Reue an das, was wir verpassen oder nicht leisten können. Was wir (wieder) einmal nicht schaffen und erneut in die Zukunft verlegen müssen.

Kennst du das?

Innere Unruhe als Folge von fehlendem Gleichgewicht

Krankheit ist ein Zeichen unseres Körpers, mit dem er uns darauf aufmerksam machen will, dass wir nicht in Balance sind. Ruhe ist oft das Bedürfnis, das unser Körper durch eine Krankheit zwangsweise einfordern möchte – und die wir ihm oft nicht mal in diesem Zustand gönnen.

Wie schnell greifst du zu Medikamenten, wenn du krank bist, um zügig wieder fit zu werden? Wie oft tust du etwas, obwohl du erschöpft, müde oder krank bist? Wie sehr verurteilst du dich und deinen Körper dafür, wenn er nicht so kann, wie du es willst?

Der Mensch wird vergeblich nach innerer Ruhe und Gelassenheit suchen, solange er nicht anfängt, in Harmonie mit sich zu leben: Liebevoll mit sich umgeht, seine Bedürfnisse und Grenzen achtet, seine Werte und Wünsche ernst nimmt.

Wenn der Mensch keine Rücksicht auf das nimmt, was er braucht und ihm guttut, sondern sich nur an dem orientiert, was für sein Umfeld oder die Gesellschaft richtig sind, wird immer Unruhe in ihm sein. Grund ist der Konflikt, den er dadurch in sich selbst erschafft. Die fehlende Harmonie zwischen dem, was ist und dem, was sein soll, dem was er ist und dem, was er sein will, dem, was er braucht und dem, was er bekommt.

Dieser Konflikt löst Stress im Körper aus.

Dauerhafte innere Unruhe – Wenn der Körper verlernt zu entspannen

Kennst du Menschen, die nicht entspannen können und sogar im Urlaub nicht zur Ruhe finden? Unser Körper speichert sich Gefühle. Wenn wir unseren Körper in ständige innere Unruhe versetzen durch ein ständiges Stresserleben, verlernt er mit der Zeit (die natürliche Funktion), zu entspannen.

Wie Stress funktioniert

Unser Körper ist immer darin bestrebt, im Gleichgewicht zu sein. Stress ist eine Reaktion auf eine herausfordernde, belastende oder gefährliche Situation. Wenn der Körper merkt, dass eine solche stressige Situation da ist, fährt er sein System hoch und lässt dich das spüren.

Das Herz schlägt schneller, die Atmung beschleunigt sich, die Muskeln spannen sich an, die Aufmerksamkeit wird fokussierter. Je nach Typ Mensch und Ausmaß vom Stress gibt es weitere unterschiedliche körperliche Reaktionen wie Nervosität, Zittern, weiche Knie, Übelkeit oder Schwitzen.

Ziel dieser erhöhten Energie und Anspannung im Körper ist es, dem Mensch zu helfen mit der herausfordernden Situation bestmöglich umzugehen, um sie zu bewältigen oder sich aus dieser zu befreien. Wenn das erfolgt ist, fährt sich der Körper wieder herunter. Die Gefahr / Belastung ist vorüber. Er kann sich entspannen.

Dauerstress: Anhaltende innere Unruhe und seine Folgen

Das Problem ist, dass wir oft täglich im Stress sind und unseren Körper in dauernder Alarmbereitschaft halten. Wir nutzen den Stress nicht in seiner natürlichen Funktion, sondern halten ihn aufrecht, weil wir keine Möglichkeit sehen, etwas an unserer Situation zu verändern. Für dauerhafte Anspannung ist unser Körper aber nicht gemacht und so verlernt er mit der Zeit, sich zu entspannen (die Fähigkeit verkümmert wie ein Muskel, der nicht mehr genutzt wird).

Die anhaltende Anspannung im Körper lässt eine dauerhafte innere Unruhe entstehen, die sehr belastend ist und über länger Zeit weitere Folgen nach sich ziehen kann: Ein- und Durchschlafprobleme, ständiges Getrieben sein, hohe Nervosität, Herzsrasen, die Unfähigkeit, zur Ruhe zu kommen bei steigender körperlicher Erschöpfung, Gedankenkreisen, steigende Selbstzweifel und Selbstverurteilung, vermehrt Sorgen und Ängste.

Kein System ist dafür gemacht, in ständigem Dauerbetrieb zu sein. Da wir die innere Unruhe als unangenehm empfinden suchen wir Menschen uns (meist unbewusst) Strategien, um diese innere Unruhe loszuwerden, sie nicht fühlen zu müssen und die ersehnte Ruhe und Entspannung zu finden. Oft sind das ungesunde Strategien, die, wenn überhaupt, nur kurzfristig zu einer Lösung führen.

Ungesunde Strategien, um innere Unruhe loszuwerden

Vielleicht werden wir häufiger wütend und aggressiv. Vielleicht fühlen wir uns wie gelähmt und beginnen zu resignieren. Vielleicht fangen wir an, die belastenden Situationen zu vermeiden – ihnen aus dem Weg zu gehen, sie zu ignorieren oder nicht wahrhaben zu wollen. Vielleicht fangen wir an (vermehrt) zu rauchen, exzessiv Sport zu betreiben, übermäßig zu essen, Medikamente oder Drogen zu nehmen. Diese Strategien dienen dazu, die Energie aus dem Körper zu bringen oder zu unterdrücken und überdecken, um die innere Unruhe nicht fühlen zu müssen.

Erkennst du dich in irgendeinem Punkt wieder?

Verurteile dich nicht dafür. Es ist dein Weg, mit der inneren Unruhe umzugehen, weil du (noch) keinen anderen Weg kennengelernt hast. Ich habe früher gegessen, um meinen Stress und die innere Unruhe zu bekämpfen und mich zurückgezogen. Die Folgen waren eine lange depressive Phase und Bulimie.

Medikamente gegen innere Unruhe

Viele Menschen greifen zu Medikamenten, um die innere Unruhe zu bekämpfen und in der schnelllebigen Welt mit den hohen Anfroderungen weiter mithalten zu können. Ja, es gibt Medikamente, die zu mehr Ruhe verhelfen, beim Einschlafen unterstützen und es ermöglichen, die Herausforderungen des Alltags besser zu bewältigen, weil die quälende innere Unruhe und das Getrieben-sein nicht mehr so intensiv spürbar sind. Und doch ist es mehr Schein als Sein, weil die wahre Ursache nicht angegangen wird.

Medikamente dienen der Symptombehandlung. Denn was passiert, wenn die Medikamente weggelassen werden? Wie groß ist die Angst, ohne Medikamente nicht zurecht zu kommen und im Alltag unterzugehen? Wie groß ist die Angst, abhängig zu werden? Und wie groß die Gefahr, es auch tatsächlich zu werden?

Die Suchtgefahr besteht jedoch nicht nur bei Medikamenten. Jede (ungesunde) Strategie, die über eine längere Zeit zum Stressabbau genutzt wird, kann zu einer Sucht werden, wenn der Stress bestehen bleibt.

Zur Ruhe finden durch Harmonie

Deine innere Unruhe kann erst dann wirklich aufgelöst werden, wenn du die Ursache von deinem Stress identifizierst und daraus entsprechende Konsequenzen ziehst, anstatt zu vermeiden, dass du innere Unruhe fühlst. Denn so befremdlich das klingen mag: Die innere Unruhe ist hilfreich für dich! Zeigt dir doch dein Körper dadurch, dass du gerade einen Lebensstil führst, der nicht in Harmonie mit dir steht. Genauso hilft dir die innere Unruhe dabei herauszufinden, was du brauchst, damit du zur Ruhe finden kannst.

Du bist nicht Opfer der Umstände und deiner Gefühle, auch wenn du das vielleicht bisher geglaubt hast. Du allein kannst und darfst dein Leben verändern. Es braucht nur deine Entscheidung. Übernimm diese Verantwortung – hier und jetzt – und nutze die innere Unruhe, um zu dir selbst und zur Harmonie zurückzufinden.

Die richtige Frage ist also nicht: “Wie kann ich innere Unruhe bekämpfen?” Dadurch wird sie zu deinem Feind und du beginnst, zu vermeiden und zu unterdrücken, dass du sie fühlst.

Finde heraus, was du brauchst

Die zwei wichtigen und heilsamen Fragen sind folgende:

  1. Was löst die innere Unruhe aus?
  2. Was kannst du tun, um diese Ursache(n) aufzulösen und mehr Ruhe in dein Leben zu bringen?

Nimm dir einen Moment Zeit, wende dich nach innen und lausche auf die Antworten.

Wodurch entsteht dein Stress? Hast du das Gefühl, zu viel “zu müssen”? Neigst du dazu, für alles verantwortlich sein zu wollen? Kümmerst du dich mehr um andere und vergisst dich dabei? Definierst du dich über deine Leistung und glaubst, nur wertvoll zu sein, wenn du viel arbeitest? Sind Ängste und Sorgen sehr dominant? Arbeitest du zu viel und hast keine Zeit mehr für andere Lebensbereiche? Denkst du immer schon an das, was als nächstes zu tun ist und fühlst dich deshalb getrieben?

Was kannst du tun, um die Ursache aufzulösen und mehr Ruhe zu finden? Ist es an der Zeit, eine gelassenere oder liebevollere Einstellung zu entwickeln und nicht so streng mit dir zu sein? Ist es an der Zeit, mehr loszulassen und nicht alles kontrollieren zu wollen? Brauchst du vielleicht einfach ein bisschen mehr Raum und Zeit für dein Bedürfnis nach Ruhe und Erholung? Ist es vielleicht nötig, dich besser abzugrenzen und von Dingen zu lösen, die dir nicht guttun? Möchtest du Bereichen in deinem Leben mehr Aufmerksamkeit schenken, weil sie dir wichtig sind, aber zu kurz kommen? Dürfen gesunde Gewohnheiten, die dir Kraft schenken, (wieder) Teil deines Lebens sein?

Was sind deine Erkenntnisse? Und wie kannst du diese nun in deinem Alltag umsetzen? Was kannst du ab heute tun (oder lassen), um mehr Ruhe und Gelassenheit in deinem Leben zu spüren?

Gehe noch heute den ersten Schritt.

Der Weg nach innen ist nicht der schnelle und einfache Weg, aber der nachhaltige Weg. Er führt dich zu dir selbst und zu deinen Bedürfnissen und Wünschen. Das ermöglich dir, einen Alltag zu erschaffen, der in Harmonie mit dir steht und dir innere Ruhe und wahre Zufriedenheit schenken wird.

Wie dir das konkret im Alltag gelingen kann, erfährst du auch in meinem Buch „Wach auf!“. Es ist ein praxisorientierter Wegweiser, der schon vielen Menschen dabei geholfen hat, inneres Gleichgewicht zu finden und nachhaltig glücklich zu werden.

Du weißt nicht, wo du ansetzen sollst, um zu mehr Ruhe zu finden und hast Interesse an einem Coaching? Dann freue ich mich, dich in einem kostenfreien Erstgespräch kennenzulernen.

Daniela

Das Coaching bei Bettina hat mich sehr auf meinem Weg weitergebracht und ganz besonders die Beziehung zu mir selbst gestärkt. Auch ein paar Wochen nach dem Coaching fühle ich eine innerliche Stärke und Ruhe in mir, die ich mir über vier Monate erarbeiten konnte.

Bettina hat mich immer dort abgeholt, wo ich gerade stand, auf eine sehr wertschätzende, freundliche, klare und offene Art. Meine anfängliche Skepsis von einem online Coaching haben sich in keinster Weise bestätigt. Es war von der 1. Stunde eine sehr vertraute Beziehung da. Bettina gab mir immer die Möglichkeit, mich in meinem eigenen Tempo weiter zu entwickeln, wies mich aber auch mit ihrer einfühlsamen Art darauf hin, wenn ich zu viel wollte und mich verzettelte. So konnte das erarbeite auch wirklich wirken und ging nicht verloren. Dafür bin ich ihr sehr dankbar.

Die Entscheidung, ein Coaching bei Bettina zu machen war eine der besten, die ich je getroffen habe. Ich kann sie nur uneingeschränkt weiterempfehlen und von ganzem Herzen Danke sagen!

Hier kannst du einen Termin mit mir vereinbaren.

Was tust du für mehr Ruhe und Gelassenheit in deinem Leben?

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