Warum es wichtig ist, deine Schwächen einzugestehen

Schwächen

Kennst du das Verhalten von dir, deine Schwächen nicht zeigen zu wollen?

  • Du sagst, dass es dir gutgeht, obwohl es dir schlecht geht.
  • Du gibst vor, etwas zu können oder zu wissen, obwohl du es nicht tust.
  • Du spielst die lebenslustige, immer optimistische Person, obwohl dir zum Weinen zumute ist.
  • Du sagst, bei dir sei alles in Ordnung, obwohl du Themen hast, die dich extrem belasten.
  • Du versprichst, dass andere sich keine Sorgen machen müssen, dabei weißt du selbst nicht, wie es weitergeht.

Die Angst und Scham, Schwächen zu zeigen, hält uns oft davor ab, unsere wahren Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Wir befürchten vielleicht, abgelehnt zu werden, kritisiert zu werden oder dass das System, in dem wir uns befinden, zusammenbricht.

Vielleicht befürchten wir auch, die Wahrheit auszusprechen könnten wir selbst nicht verkraften. Wir bilden uns ein, je mehr wir etwas leugnen, desto weniger ist es wahr. Doch die Wahrheit hört nicht auf die Wahrheit zu sein, nur weil wir nicht hinschauen oder sie nicht aussprechen. Im Gegenteil. Je mehr wir sie leugnen, desto eindringlicher kommt sie in uns zum Vorschein.

Was passieren kann, wenn du deine Schwächen leugnest

Ich selbst bin Expertin darin, Themen mit mir alleine auszumachen. Schon seit frühester Kindheit an habe ich meine Schwächen verborgen und meine wahren Gefühle unterdrückt.

  • Weil ich mich geschämt habe, meine Schwächen zu zeigen.
  • Weil ich andere nicht belasten wollte.
  • Weil ich glaubte, nicht verstanden zu werden.
  • Weil ich mir selbst nicht eingestehen wollte, wie schlecht es mir tatsächlich geht.

Neben ungesunden Strategien, die ich daraufhin entwickelt habe, um die Schwächen zu verbergen, wurde ich sehr einsam. Ich habe mich inmitten Menschen ungesehen und getrennt gefühlt. Ich habe mich in mir selbst zurückgezogen und damit von allen Menschen distanziert, die um mich herum waren. Die Trennung, die ich glaubte von anderen zu spüren, habe ich selbst verursacht. Weil ich mir nicht eingestehen und offenlegen wollte, Schwächen zu haben.

Je mehr du deine Schwächen verleugnest und je größer die Kluft zwischen dem ist, was du fühlst und dem, was du vorgibst zu sein, desto mehr Leid wirst du spüren. Weil der Konflikt in dir immer größer wird und die Täuschung, die du versuchst aufrechtzuerhalten, immer mehr Kraft kostet.

Hinzukommt: Je länger du diese Lüge lebst, desto größer wird auch die Angst, dass diese Lüge auffliegt. Du warst so lange immer positiv und optimistisch. Immer perfekt und hast alles gemeistert. Jetzt kannst du erst recht nicht einknicken und zugeben, dass du genau das nicht mehr bist.

Kennst du solche Gedanken?

Überforderung, Einsamkeit, Trauer und Hilflosigkeit können die Folgen sein und dich über die Dauer der Zeit in einen Sog der Verzweiflung ziehen.

Vorsicht vor falscher Rücksichtnahme

Mit dem Verbergen von Schwächen wollen wir oft unser Umfeld schützen. Vielleicht ist das auch bei dir der Fall. Vielleicht glaubst du, dass es für dein Umfeld besser ist, wenn du deine Schwächen nicht offenlegst. Wenn du einfach weiter funktionierst, stark bist und so das System aufrechthältst.

Doch die Täuschung aufrecht zu erhalten, kann dir und deinem Umfeld mehr schaden, als guttun. Es spürt nämlich oft, dass du nicht echt bist und dir deine wahren Gefühle nicht eingestehst. Was oft zu einem noch größeren Konflikt führt. Nun auch bei deinen Mitmenschen. Sie warten oft nur darauf, dass du dich öffnest – um dir helfen zu dürfen. Um dich begleiten zu dürfen. Um den Schmerz mit dir tragen zu dürfen.

Schwächen eingestehen heißt, gut für dich sorgen

Ich weiß, dass es Angst machen und schmerzhaft sein kann, sich seine Schwächen einzugestehen und sich ihnen zu stellen. Und doch weiß ich auch, dass es manchmal der einzige Weg ist, um in die eigene Kraft zurückzufinden. Sich ihnen zu stellen und sie anzunehmen ist ein Zeichen der Selbstfürsorge.

Deine Schwächen einzugestehen

• schafft Erleichterung,

weil du dir erlaubst, vom Kampf loszulassen. Von der Täuschung, die du versuchst, dir selbst und anderen gegenüber aufrechtzuerhalten und die dich so viel Kraft kostet.

• bringt dich zu dir selbst zurück,

weil du dir erlaubst, so zu sein, wie du bist. Mit deinen Schwächen, Ängsten und Sorgen. Damit löst du den Konflikt auf, indem du dich gehalten hast und schenkst dir Frieden.

• eröffnet dir den Weg zum Ziel.

Wenn du immer vorgibst, an einem Ziel angekommen zu sein, das du noch gar nicht erreicht hast, wirst du an diesem Ziel auch nie ankommen können. Du gibst dir nicht die Möglichkeit dazu, den Weg zu gehen, weil du dir nicht eingestehst, den Weg noch vor dir zu haben. Erst wenn du dich da abholst, wo du dich momentan befindest, kannst du den Weg zum Ziel gehen. Von der Position aus, in der du dich momentan befindest und in deinem eigenen Tempo.

• ermöglicht dir, den Weg nicht alleine zu gehen.

Denn glaube mir, das musst du nicht. Ich bin mir fast sicher, dass es – so wie ich die Erfahrung gemacht habe – Menschen um dich herum gibt, die dir von Herzen gerne helfen, wenn du dir helfen lässt. Die deinen Wachstumsprozess einfach begleiten, wenn du dich begleiten lässt. Die dich stärken und motivieren, wenn du dich von ihrer Kraft stärken lässt. Du bist nicht allein, außer du entscheidest dich, allein zu sein.

Finde zur Freude zurück, indem du echt bist, statt perfekt

Ich weiß noch, als ich in meiner Jugend Skateboard fahren gelernt habe, dass ich immer sonntags auf leeren Supermarktparkplätzen alleine geübt habe. Warum? Weil es mir so peinlich war, dass jemand sehen könnte, wie blöd ich mich vielleicht anstelle und noch keine Tricks beherrsche. Erst wenn ich gut war, wollte ich mich auf den öffentlichen Skatepark wagen und zeigen, was ich kann. So ist es oft im Leben. Wir wollen nicht im Lernprozess sein, sondern Dinge direkt können, immer perfekt und stark sein und uns keine Schwächen erlauben. Weil wir glauben, erst dann etwas zu sein. Dazuzugehören. Aktzeptiert zu werden.

Die Wahrheit jedoch ist, dass wir unser ganzes Leben lang in einem Lernprozess sein werden. Hört ein Prozess auf, fängt ein anderer an. Und genau das ist das Leben: Ein ständiger Wachstumsprozess. Und wir dürfen lernen, am Wachstum selbst Freude zu haben. Und das gelingt nur, wenn wir uns unsere Schwächen und Unzulänglichkeiten eingestehen. Wenn wir uns erlauben, menschlich und nicht perfekt zu sein und vieles nicht direkt von Anfang an können. Wenn wir uns demütig unseren Unzulänglichkeiten hingeben und uns dazu entscheiden, uns in unserem Wachstum selbst liebevoll zu unterstützen und zu begleiten, als auch begleiten zu lassen.

In diesem Moment sind wir echt. Sind wir im Frieden mit uns und habe die Kraft und vielleicht sogar die Freude, uns der Herausforderung zu stellen, die vor uns liegen: Uns unseren Schwächen zu stellen und einen Umgang mit ihnen zu finden.

Du darfst vom Kampf loslassen und sein, wie du bist, um zu werden, wie du sein kannst.

Mögest du den Mut finden, dich zu öffnen, um Heilung zu ermöglichen.

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